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ISOLIERTE WEICHE EXSUDATE BEI JUNGEN PATIENTEN
A. Remky, O. Arend
Isolierte weiche Exsudate können auf eine schwerwiegende Allgemeinerkrankung hinweisen. Vier junge Patienten mit unklaren Sehstörungen und Gesichtsfelddefekten wurden uns zur weiteren Abklärung zugewiesen. Zwei dieser Patienten befanden sich in der Frühschwangerschaft.
Ophthalmoskopisch zeigten sich bei drei Patienten ein einzelner weicher Herd in der temporalen Gefäßstraße, bei dem anderen im papillomakulären Bündel. Diese Lokalisationen entsprachen den sektoriellen Gesichtsfeldausfällen. Fluoreszenzangiographisch bleiben diese Herde hypofluoreszent bis in die Spätphase.
Aufgrund des jungen Alters und fehlender anderer Fundusbefunde wurde bei drei der Patienten initial eine antitoxoplasmotische Therapie trotz fehlendem Glaskörperzellreiz eingeleitet. Die Ergebnisse der serologischen Abklärung waren negativ für virale, bakterielle Infektionen oder für eine Toxoplasmoseinfektion.
Bei den Folgeuntersuchungen waren die Patienten fast beschwerdefrei, die Exsudate verschwunden oder viel kleiner und besser abgrenzbar.
Diese Fälle zeigen, daß einzelne weiche Exsudate ohne schwerwiegende Allgemeinerkrankungen bei jungen Menschen auftreten können und in die Differentialdiagnose der retino-chorioiditischen Herde einbezogen werden müssen.
Augenklinik der RWTH Aachen, Pauwelsstr.30, 52057 Aachen