97. Jahrestagung der DOG 1999

K103

INTRAZELLULÄRE SIGNALWEGE BEI DER MIGRATION VON HORNHAUTENDOTHELZELLEN

P. Rieck, S. Cholidis, A. Schilling-Schön, C. Hartmann


Hintergrund: Nach einer Läsion des Hornhautendothels wird der entstandene Defekt durch eine Migration von angrenzenden Zellen gedeckt. Für eine mögliche Modulation dieser Vorgänge ist es wichtig, die zugrundeliegende, intrazelluläre Signaltransduktion näher zu erforschen. In der vorliegenden Studie wurde mittels spezifischer Inhibitoren und Stimulatoren von second messengern untersucht, welcher intrazelluläre Signalweg die Migrationsaktivität der Zelle in vitro mediiert.

Methoden: Bovine korneale Endothelzellen (BCEC) wurden bis zur Konfluenz in Kultur gezüchtet. Die Experimente wurden in der 1. Passage unter serumfreien Bedingungen durchgeführt. Eine zentrale, zirkuläre Abrasio (5 mm Durchmesser) wurde in den Monolayer gesetzt und der Zelldetritus gründlich entfernt. Die Zellen wurden anschließend jeweils mit den folgenden Substanzen inkubiert: PMA (50 ng/ml), 2, 4´-di-bromoacetophenone (DAP; 5 ììM), H7 (10 ìM), Indomethacin (5 ììg/ml), Nordihydroguaiaretic acid (NDGA; 10 ìg/ml) sowie verschiedene Kombinationen dieser Agentien. Kontrollkulturen erhielten keinen Zusatz. Nach 4 Tagen erfolgte die Bestimmung der Anzahl in die Wunde migrierter Zellen. Toxizitätsanalysen wurden nach Trypanblaufärbung der Zellen durchgeführt.

Ergebnisse: Die Applikation von PMA (Proteinkinase C-stimulierend) führte zu einer 4,1-fachen Stimulation der Zellmigration. Der PLA2-Inhibitor DAP und der PKC-Inhibitor H7 reduzierten die PMA-stimulierte Migration auf Kontrollniveau. Der Cyclooxygenase-Inhibitor Indomethacin hatte keinen Einfluß auf die Migrationsraten von Zellen ohne oder mit PMA-Zusatz. Der Lipoxygenase-Inhibitor NDGA führte jedoch zu einer signifikant niedrigeren Migrationsaktivität in Kontroll- oder PMA-supplementierten Kulturen. Toxische Effekte der Agentien wurden nicht beobachtet.

Schlußfolgerung: Die Aktivierung der Proteinkinase C sowie der Lipoxygenase-Weg des Arachidonsäuremetabolismus sind nach den vorliegenden in vitro Ergebnissen die wesentlichen intrazellulären Mediatoren der kornealen Endothelzellmigration.
Universitäts-Augenklinik Charité, Campus Virchow Klinikum, Augustenburger Platz 1, D - 13353 Berlin


gefördert durch DFG Ri 568/3-2


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