97. Jahrestagung der DOG 1999

K104

LOKALES CYCLOSPORIN A BEI NUMMULI NACH KERATO-KONJUNKTIVITIS EPIDEMICA

T. Reinhard, R. Sundmacher


Hintergrund: Nummuli nach Keratokonjunktivitis epidemica (KE) können zu einer dauerhaften Funktionsbeeinträchtigung führen und sogar eine perforierende Keratoplastik erfordern. Lokale Steroide können Nummuli zwar oft auflösen, aber nach Absetzen dieser Therapie sind Rezidive die Regel, so daß bei langfristiger Steroid-Applikation mit schwerwiegenden Therapie-nebenwirkungen gerechnet werden muß. Um solche Nebenwirkungen zu vermeiden, haben wir seit Januar 1995 insgesamt 62 Augen mit persistierenden Nummuli einer lokalen Cyclosporin A 2%-Therapie (CSA) unterzogen. Patienten: 62 Augen von 44 Patienten wurden mit einer initialen Tagesdosis von 3 Tropfen CSA behandelt. Die Zeitspanne zwischen akuter Phase der KE und CSA-Therapiebeginn betrug 18,1 (3-72) Monate. Das Ausschleichen der Therapie wurde am individuellen Befund ausgerichtet.

Ergebnisse: In 32/62 Augen bildeten sich die kornealen Infiltrate mit deutlichem Funktionsgewinn zurück. 16/62 Augen zeigten keine Befundänderung, bei 10/62 Augen liegt die Nachbeobachtungszeit noch unter 1 Monat und bei 4/62 Augen wurden die Tropfen wegen Unverträglichkeit (Brennen) abgesetzt. Bei 9 der 32 gebesserten Augen wurde die CSA-Ausschleichphase nach 9,1 (3-14) Monaten beendet, ohne daß in den darauf folgenden 6,2 (1-15) Monaten ein Rezidiv auftrat. 5 der 32 gebesserten Augen erlitten nach dem Ausschleichen ein Rezidiv, worauf CSA wiederangesetzt wurde. 18 der 32 gebesserten Augen erhalten noch CSA (mittlerweile über 11,5 (3-39) Monate), derzeit überwiegend in einer Dosierung von 1 Tropfen täglich oder alle 2 Tage, ohne daß bislang ein Absetzversuch durchgeführt wurde. Außer einem Brennen nach Instillation der Tropfen traten bislang keine Nebenwirkungen auf.

Schlußfolgerungen: Da CSA bei der Mehrzahl der behandelten Patienten mit Nummuli nach KE eine deutliche Funktionsbesserung bewirkt und bei einem knapp einem Drittel der erfolgreich behandelten Augen mit Rezidivfreiheit gerechnet werden darf, halten wir diese therapeutische Option insbesondere im Hinblick auf bisher nicht erkennbare Nebenwirkungen für eine empfehlenswerte Alternative zur von uns nicht empfohlenen lokalen Steroid-Therapie.

Augenklinik der Heinrich-Heine-Universität, Düsseldorf


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