97. Jahrestagung der DOG 1999
V 108
AUGENDRUCKSENKUNG DURCH ENDOSKOPISCH KONTROLLIERTE ERB:YAG GONIOTOMIE
J. Funk, N. Feltgen, D. Asbeck
Einleitung: 1996 berichtete Vogel (Ophthalmologe 93:565-568, 1996), daß man mit einem Excimer-Laser punktuell das Trabekelwerk ab interno eröffnen kann, ohne Zeichen einer thermischen Schädigung zu hinterlassen. Mit dieser Technik konnte er eine signifikante Drucksenkung in den von ihm behandelten Augen erreichen. In Vorversuchen an enukleierten Augen konnten wir zeigen (Ophthalmologe 95:33-36, 1998), daß man auch mit einem Erb:YAG-Laser unter endoskopischer Kontrolle ähnliche Effekte erzielen und das Trabekelwerk perforieren kann. Mittlerweile haben wir unser System klinisch erprobt und berichten über erste Resultate Methode: Bei insgesamt 14 Augen mit Glaukom bzw. erhöhtem Augendruck (12 Patienten) führten wir unter endoskopischer Kontrolle eine Erb:YAG Goniotomie durch (je 15-18 Effekte a 14 mJ). Dies geschah in allen Fällen unmittelbar im Anschluß an eine Kataraktoperation (kornealer Tunnel mit Faltlinsenimplantation). Visus, Augendruck und Anzahl der benötigten drucksenkenden Medikamente wurden praeoperativ und bei einer ersten Kontrolle 6 Wochen postoperativ bestimmt.
Ergebnisse: Der logarithmisch gemittelte Visus stieg von praeop. 0,27 (Bereich 0,1 - 0,4) auf postop. 0,87 (0,8 - 1,0). Der mittlere Augendruck fiel von praeop 21,5 mm Hg (19 -24) auf postop 16 mm Hg (14 - 19). Die Anzahl drucksenkender Medikamente fiel von praeop 1,6 (0 - 3) auf postop 0,4 (0 - 2). Eine Kontrollgruppe von Augen, bei denen nur eine Kataraktoperation (ebenfalls kornealer Tunnel mit Faltlinsenimplantation) durchgeführt wurde, zeigte einen ähnlichen Visusanstieg, aber eine wesentlich geringere Augendrucksenkung.
Schlußfolgerung: Die ersten klinischen Ergebnisse der neuen endoskopischen Erb:YAG Goniotomie sind vielversprechend. Es erscheint daher gerechtfertigt, diese neue Technik weiterzuverfolgen und an einem größeren Patientenkollektiv zu testen.
Freiburg
Zurück