97. Jahrestagung der DOG 1999

V 113

SPEZIFISCHE INTRAOPERATIVE PROBLEMATIK DER TIEFEN SKLEREKTOMIE - MORPHOLOGISCHE ASPEKTE

T. S. Dietlein, P. C. Jacobi, W. Konen und G. K. Krieglstein

Die tiefe Sklerektomie hat zunehmend an Bedeutung in der Glaukom-chirurgie gewonnen. Intraoperatives Ziel dieses Verfahrens ist die Präparation einer tiefen Skleralamelle mit Entfernung der äußeren Wand des Schlemm'schen Kanals unter Schonung des Trabekelmaschenwerks.

Methodik: Wir untersuchten bei 8 Patienten nach planmäßig durchgeführter tiefer Sklerektomie durch einen mit dieser Technik erfahrenen Operateur die resezierte tiefe Skleralamelle mikroskopisch und analysierten bei 72 Glaukom-Patienten, die sich einer konventionellen Trabekulektomie unterzogen hatten, die Topographie des Trabekelmaschenwerks hinsichtlich der intraoperativen Komplikationsmöglichkeiten einer tiefen Sklerektomie.

Resultate: Bei 5 von 8 Skleralamellen konnten keine Anteile des Schlemm'schen Kanals sicher festgestellt werden. In den übrigen 3 Skeralamellen waren Anteile des Trabekelmaschenwerks mitentfernt worden. Die topographische Analyse des Trabekelmaschenwerks aus Trabekulektomie-Gewebestücken von Glaukompatienten zeigte eine sehr starke interindividuelle Variabilität in der Dicke des Trabekelmaschenwerks. Das anteriore Maschenwerk war mit 50-80 mm deutlich dünner als das posteriore mit 100-130mm. Die Länge des radiär angeschnittenen Schlemm'schen Kanal betrug im Mittel ca. 300mm, wobei intrakanalikuläre Septierungen und benachbarte Sammelvenen die eindeutige Identifizierung des Lumens erschwerten.

Schlußfolgerung: Die anatomisch einwandfreie Präparation der tiefen Skleralamelle mit Entfernung der äußeren Wand des Schlemm'schen Kanals ohne Verletzung trabekulärer Strukturen muß als extrem schwierig eingestuft werden. Der intraoperative Ausgang ist neben der Erfahrung des Chirurgen von der kaum vorhersehbaren individuellen Morphologie des Trabekelmaschenwerks abhängig.

Univ.-Augenklinik Köln-Lindenthal


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