97. Jahrestagung der DOG 1999

V 124

OPTISCHE BIOMETRIE UND IOL-BERECHNUNG

W. Haigis, B. Lege, N. Miller, B. Schneider


Einleitung: Die Genauigkeit der Berechnung intraokularer Linsen (IOL) wird wesentlich durch die Genauigkeit der Achsenlängenmessung bestimmt. Neben der klassischen Ultraschallbiometrie steht hierfür in der Teilkohärenz-Biometrie ein neues optisches Verfahren zur Verfügung. Ein darauf beruhendes Funktionsmuster der Fa. Carl Zeiss Jena wurde in unserem Labor zu Vergleichsmessungen mit der Ultraschall-Immersionsbiometrie eingesetzt.

Material und Methoden: Bei über 100 Patienten, die sich routinemässig zur Vorbereitung einer Katarakt-Operation im Biometrie-Labor einfanden, wurden die Achsenlängen zusätzlich optisch gemessen. Während die Operationsentscheidung auf der Ultraschall-Achsenlänge beruhte, wurde mit Hilfe postoperativer Refraktionsbilanzen retrospektiv berechnet, welches Ergebnis bei Verwendung der optischen Achsenlänge eingetreten wäre.

Ergebnisse: Auf der Grundlage von Ultraschall-Immersionmessungen mit dem Grieshaber Biometric System (GBS) wurde die postoperative Refraktion nach Implantation einer Intraokularlinse vom Typ Rayner 755 U in über 85% innerhalb ± 1 dptr, in knapp 100% innerhalb ± 2 dptr korrekt vorherberechnet. Ein analoges Ergebnis ergab sich bei Verwendung der optischen Achsenlängen nach geeigneter Umrechnung der optischen Weglängen in geometrische Distanzen.

Zusammenfassung: Die Teilkohärenz-Interferometrie stellt ein kontaktloses, untersucher- und patientenfreundliches Verfahren zur Achsenlängen-bestimmung und IOL-Planung dar, welches die Genauigkeit hochpräziser Ultraschall-Immersionverfahren erreicht.

Univ.-Augenklinik Würzburg, Josef-Schneider-Str.11, D-97080 Würzburg


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