97. Jahrestagung der DOG 1999

K127

Bestimmung der Netzhautdicke in Abhängigkeit von Alter und Achsenlänge mit Hilfe der optischen Kohärenz-Tomographie

W. Göbel, F. Hartmann, W. Haigis

Die Dicke der Bulbuswand im Ultraschallbild variiert mit der Achsenlänge des Auges. Es ist jedoch unbekannt, ob die Dicke der Netzhaut allein ebenfalls von der Achsenlänge oder dem Alter abhängt. Wir haben daher in Augen ohne Netzhautveränderung die Netzhautdicke mit Hilfe der optischen Kohärenz-Tomographie bestimmt und mit Achsenlänge und Alter korreliert. Probanden: 205 Augen mit regelrechtem Makulabefund von 159 Probanden im Alter von 13 bis 92 Jahren (Mittel ± STD: 47±19 Jahre) wurden in die Studie aufgenommen. Bei jedem Probanden wurden 4 Schnittbilder mit der Optischen Kohärenz-Tomographie (OCT) angefertigt, 3 horizontale Wiederholungs-Scans sowie ein vertikaler Scan, jeweils zentriert auf der Fovea. Die Achsenlänge wurde mit einem hochauflösenden analogen Biometriegerät (Grieshaber Biometric System) bestimmt. Eine klinisch-ophthalmologische Untersuchung diente zum Ausschluß von Netzhautveränderungen und der Ermittlung der Refraktion.

Ergebnisse: Wir konnten keine Korrelation zwischen den im OCT gemessenen Netzhautdicken und der Achsenlänge oder dem Alter finden. Die mittlere Netzhautdicke für alle Probanden (n=159, 1 Auge je Proband) betrug 142±17 µm. Die Dicke der nasalen Retina war mit 269±17 µm statistisch hochsignifikant (p<0,0001) größer als die der temporalen Retina mit 250±18µm. Die Netzhautdicken beider Augen eines Patienten (n=45) korrelierten hochsignifikant (r=0,86; p<0,0001)

Schußfolgerung: Entgegen unserer Erwartungen korreliert die Netzhautdicke nicht mit dem Alter oder der Achsenlänge. Bei der OCT-Auswertung pathologischer Netzhautbefunde im Rahmen von Erkrankungen wie der diabetischen Retinopathie muß daher nicht auf altersgetrennte oder Achsenlängen-abhängige Normalkollektive zurückgegriffen werden. Die von uns gemessenen mittleren Netzhautdicken stimmen gut mit den Ergebnissen anderer Autoren überein. Der Dickenunterschied zwischen nasaler und temporaler Retina ist auf die stärkere Nervenfaserschicht in der Nähe der Papille zurückzuführen.

Universitäts-Augenklinik, Josef-Schneider-Str. 11, D-97080 Würzburg


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