97. Jahrestagung der DOG 1999
K129
ERSTE KLINISCHE ERFAHRUNGEN MIT DEM DRESDNER 3D-DISPLAY ALS ZUSATZ ZUM HRT
U. D. A. Müller-Richter, H.-J. Malig, A. Schwerdtner, M. Lang, K. Hille,
K. W. Ruprecht
Hintergrund: Der Heidelberg-Retina-Tomograph ist seit Jahren eine anerkannte Methode, um frühe Zeichen einer glaukomatösen Schädigung am Sehnervenkopf festzustellen. Methodisch besteht die größte Schwierigkeit darin, die Papillengrenzen in einem zweidimensionalen Reflexions- oder Topographiebild festzulegen. Diese Arbeit könnte durch eine dreidimensionale Darstellung des Augenhintergrunds sehr erleichtert werden. Der eingesetzte Prototyp des Dresdner 3D-Displays liefert eine echte räumliche Darstellung des Augenhintergrundes.
Methoden: Für die Untersuchung wurden aus bereits vorhandenen Folgeuntersuchungen (follow-ups) fünf unterschiedliche Gruppen gebildet, die im weiteren Verlauf verschiedene Veränderungen aufwiesen. Die Untersuchung dieser Gruppen erfolgte zum einen durch manuelle Einzeichnung der Papillenkontur am Dresdner 3D-Display und zum anderen durch die Nutzung des durch die neue Software automatisch erzeugten Konturvorschlags.
Ergebnisse: Durch die dreidimensionale Darstellung läßt sich bei manueller Festlegung der Konturlinie eine exaktere Abgrenzung der Konturlinie finden, so daß zweidimensionale HRT-Untersuchungsergebnisse revidiert werden mußten. Die Ergebnisse weisen starke Unterschiede zwischen dem automatischen Konturlinienvorschlag und dem wahrscheinlichen Verlauf der Konturlinie auf.
Schlußfolgerung: Die dreidimensionale Darstellung der HRT-Bilder verbessert die Genauigkeit der manuellen Konturlinienfestlegung. Besonders die freie Drehbarkeit im Raum ermöglicht völlig neue Einblicke in die vorliegende Papillenmorphologie. Der derzeitige Stand der automatischen Konturlinienfindung ist gut, aber noch nicht ausgereift. Die gefundenen Ergebnisse weichen z.T. von der wahrscheinlichen Lage der Papillengrenze ab.
Univ.-Augenklinik und Polikliinik, Kirrberger Straße 1, D-66421 Homburg
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