97. Jahrestagung der DOG 1999
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AXIALES BULBUSLÄNGENWACHSTUM NACH KATARAKT-OPERATION IM KINDESALTER
C. Klais, L.-O. Hattenbach, A. Mikowski, U. Fries, A. Zubcov
Einleitung: Mit der immer häufigeren Indikationsstellung zur IOL-Implantation bei der Katarakt-Operation im Kindesalter stellt sich zunehmend die Frage nach der Wahl der Linsenstärke, da bisherige Untersuchungen darauf hinweisen, daß sich postoperativ eine deutliche Veränderung des axialen Bulbuslängen-wachstums zeigen kann.
Patienten: In der vorliegenden retrospektiven Studie wurden 56 Augen von 41 Kindern eingeschlossen, bei denen zwischen 1992 und 1996 eine Katarakt-Operation durchgeführt wurde. Das Durchschnittsalter zum Zeitpunkt der Operation lag bei 4,20 ± 3,74 Jahren. Bei 21 Kindern bestand eine kongenitale Katarakt (20 ein-, 11 beidseitig), bei 9 Kindern eine entwicklungsbedingte Katarakt (10 ein-, 4 beidseitig). Weitere 11 Kinder mit unilateraler traumatischer Katarakt wurden eingeschlossen. Die gesunden Partneraugen dieser Kinder bildeten die Kontrollgruppe. Als Ausschlußkriterien galten Mikrophthalmus, Glaukom, Hornhautdurchmesser <10 mm und Anomalien im vitreoretinalen Bereich. Eine primäre IOL-Implantation wurde bei 32 Augen durchgeführt, die anderen Augen blieben aphak. Der durchschnittliche Beobachtungszeitraum lag bei 2,99 ± 1,21 Jahren. In jährlichen Abständen erfolgte die Messung der axialen Bulbuslänge mittels Ultraschall.
Ergebnisse: Das durchschnittliche axiale Bulbuslängenwachstum aller operierten Augen lag bei 1,638 ± 1,70 mm. Die Kontrollgruppe wies ein Wachstum von 1,13 ± 0,99 mm auf. Nur in der Gruppe der bilateralen kongenitalen Katarakte konnte eine signifikante Zunahme der axialen Bulbuslänge beobachtet werden (2,3 ± 1,99 mm; p <0,05). Die anderen Gruppen zeigten im Vergleich zur Kontrollgruppe keine signifikante Veränderung hinsichtlich des Längenwachstums.
Schlußfolgerung: In der Literatur wird der Mechanismus des unkontrollierten Bulbuswachstums nach Katarakt-Operation im Kindesalter kontrovers diskutiert. Dies ist vor allem im Hinblick auf die Wahl der IOL-Linsenstärke entscheidend. In unserer Studie konnte nur eine signifikante Zunahme des Wachstum in der Gruppe der bilateralen kongenitalen Katarakte nachgewiesen werden. Zur Vermeidung einer Amblyopie durch überproportionale Refraktionsfehler sollten alle Kinder auch Jahre nach der Katarakt-Operation regelmäßig kontrolliert werden.
Universitäts-Augenklinik, Theodor-Stern-Kai 7, 60590 Frankfurt/Main
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