97. Jahrestagung der DOG 1999
P 149
IONISIERENDE STRAHLUNG ZUR PROPHYLAXE DES REGENERATORISCHEN NACHSTARS IN VITRO
A. M. Joussen1, A. M. H. Foerster1, A. Lappas1, H.-R. Koch2
Der regeneratorische Nachstar führt zu einem sekundären Visusverlust nach einer Kataraktoperation. In der Vergangenheit sind verschiedene pharmakologische Methoden vorgestellt worden, die jedoch durch einen Diffusionsschaden des Hornhautendothels häufig für die klinische Anwendung ungeeignet waren. In dieser Studie soll die Wirkung niedrig dosierter ionisierter Strahlung auf Hornhautendothelzellen untersucht werden.
Methoden: Kaninchen Linsenepithelzellen wurden von der Vorderkapsel entfernt und in modifiziertem SHEM / Hamïs F12 mit 10% Serum subkultiviert, wobei die Passagen 3-5 verwendet wurden. 105 Zellen wurden pro 60 mm Schale ausgesät und mittels Linearbeschleuniger mit verschiedenen Dosen bestrahlt. Proliferation (Zellzahl und BrdU Index) und Morphologie der Zellen wurden alle drei Tage untersucht.
Ergebnisse: Die Kontrollen zeigten eine Zunahme der Zellzahl von 46+9 / Feld am 6. Tag auf 274 ± 32 / Feld am 12. Tag. Die bestrahlten Zellen zeigten in Abhängigkeit von der Dosis ein langsame Proliferation bis zum Tag 6 mit einer folgenden Zellzahlkonstanz oder -abnahme. Nach Bestrahlung mit 15 Gy kommt es beispielsweise zu einer Zellzahlreduktion auf unter 70% der ausgesäten Zellen am 12. Tag. Der BrDU Index fällt ebenfalls von 4,2 in den Kontrollen auf 0,7 bei den mit 15 Gy bestrahlten Zellen.
Schlußfolgerung: Die kataraktogene Wirkung ionisierender Strahlung ist seit langem bekannt. Wir haben den dosis-abhängigen Effekt von Photonenstrahlung auf die Proliferation von Linsenepithelzellen in vitro im Hinblick auf eine Verwendung der beobachteten Wachtumsinhibition zur Nachstarprophylaxe untersucht. Zur Zeit werden auf diesen Ergebnissen aufbauende in vivo Studien durchgeführt.
1 Augenklinik der RWTH Aachen,
2 Klinik Dardenne Bad Godesberg
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