97. Jahrestagung der DOG 1999

V 278

KONSERVATIVE AUGENTHERAPIE IM 18. JAHRHUNDERT IN TIROL

F. Daxecker

In einem anonymen Buch aus dem Jahr 1714 mit dem Titel „Heylsame Hauß-Apotheken" sind zahlreiche Therapien bei Allgemeinerkrankungen angeführt, darunter auch gegen Erkrankungen des Auges. So zum Beispiel ein „Pulver wider die Fehl in den Augen" , ein „Schnupf-Pulver wider trockene Augen",, eine „vortreffliche Augen-Salbe", ,, ein „Augen-Wasser", ein „augenstärkender Essig", ein Mittel „für das Schwinden der Aug-Äpfel", „für schwache Augen", „für die Augen der Kinder", „für rinnende Augen", „für flüssige und rote Augen", „wann man ein Aug geschlagen hat", „für unlängst erblindete Augen wiederum sehend zu machen", „wenn man fürchtet, der Star möchte beginnen", „für fleischige und schwache Augen", „für stockblinde Augen", „wenn ein Staub in die Augen kommt" und „für schmerzhafte Augenbrauen". Für die Zubereitung der Medikamente wird empfohlen: Kandiszucker, Muskatnuß, Leber, Mastix, Fenchel, Vergißmeinnicht, Lavendel, Rosen, Augentrost, Pistazienkerne, Kleie, Baldrianwurzel, Wacholder, Auerhahn-Augen, Eier, Lorbeer, Safran, Hasenschmalz, Salbei, Ingwer, Terpentin, Grillen, Bleiasche und Urin.

Univ.-Klinik für Augenheilkunde, Innsbruck


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