97. Jahrestagung der DOG 1999

V 281

JOHANN CHRISTIAN REIL - GOETHES ARZT IN HALLE

M. Tost

Begegnungen berühmter Persönlichkeiten erwecken historisches Interesse vor allem dann, wenn ihnen Erkenntnisse zur Wissenschaftsentwicklung abzugewinnen sind. In diesem Zusammenhang ist das Goethe-Jahr - 250. Wiederkehr des Geburtsjahres des Dichters - der Anlaß, an dessen Reisen in den Jahren 1802 - 1805 nach Halle zu erinnern. Dienstliche Verpflichtungen und die Einweihung des Theaters führten Goethe zunächst nach Bad Lauchstädt. An der halleschen Universität waren es dann hohe Gelehrte und Künstler, neben anderen herausragenden Bürgern der Stadt, deren Arbeitsbereiche, Vorträge und Diskussionen Goethe kennenlernen wollte. Außer Physik, Botanik, Geologie, Literatur und Musik war es die Medizin, der sein Augenmerk galt. Auf ihren ersten Vertreter, Johann Christian Reil, war Goethe schon 1795 aufmerksam geworden. Jetzt ergaben sich wissenschaftliche Gespräche zur Psychiatrie u. a. Grenzgebieten. Aber auch als Arzt hat Goethe Reil konsultiert, aus dessen Feder ein erst spät wiederentdecktes medizinisches Gutachten stammt. Reils Lebensweg, seine Beziehung zu Pietismus und Romantik, seine Beiträge zur Ophthalmologie (erste Abbildung der Macula lutea und die Neugeborenenblenorrhoe) sowie Goethes Augenerkrankung werden besprochen.

Univ.-Augenklinik Halle/Saale


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