97. Jahrestagung der DOG 1999

V 284

ELFENBEIN, KOKUSNUSS & SILIKON - DIE EPITHESE IM WANDEL DER ZEIT

A. Gleixner-Glück

Die Schönheit, Ebenmäßigkeit und Unversehrtheit des menschlichen Gesichts beschäftigt die Menschen schon fast 4000 Jahre. Im alten Ägypten war die körperliche Unversehrtheit Voraussetzung für ein Leben im Jenseits. Deshalb wurden dort Mumienmasken und künstliche Augen aus kostbaren Materialien hergestellt. Die erste schriftliche Erwähnung von Epithesen für lebende Menschen findet sich in den Schriften von Ambroise Paré im Jahre 1581. Seit dieser Zeit wurde mit unterschiedlichsten Materialien wie Elfenbein, Silber oder auch Kokusnuss-Schalen versucht, Gesichtsentstellungen so gut wie möglich zu kaschieren, und dem Betroffenen dadurch wieder zu einer angemessenen Lebensqualität zu verhelfen. Es gab zu jeder Zeit engagierte und einfallsreiche Ärzte und Künstler, welche die ihnen zur Verfügung stehenden Mittel und das Material, das ihnen ihre Zeit bot, zum Vorteil und Nutzen ihrer Patienten voll ausschöpften.

Universitäts-Augenklinik, Schleichstr. 12, D-72076 Tübingen


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