V 101
N. E. Bechrakis
Einleitung: Die Rolle der Angiogenese beim uvealen Melanom ist bisher nur wenig untersucht und sogar bestritten worden, obwohl spezifische Mikrovaskularisationsmuster bereits beschrieben und mit der Prognose assoziiert wurden. Ziel dieser Studie ist die Untersuchung der Expression von spezifischen angiogenetischen Faktoren beim uvealen Melanom.
Methoden: 30 in Formalin fixierte als auch eingefrorene uveale Melanome wurden immunhistochemisch mit monoklonalen Antikörpern (MoAk) gegen vascular endothelial growth factor (VEGF) und das Integrin a vb 3 untersucht. Die Expressionen dieser angiogenetischen Faktoren wurden mit der Infiltration von Makrophagen (MoAk CD 68), der Vaskularisationsdichte (MoAk CD 31 und CD 34) und der Tumornekrose (als Zeichen einer Tumor-Hypoxie) korreliert.
Ergebnisse: In allen Tumoren fand sich eine mäßige bis starke Expression von a vb 3 in den Tumorgefäßen. Die Expression von a vb 3 korrelierte mit der Vaskularisationsdichte. In 60% aller Tumore fand sich eine Expression von VEGF. Diese korrelierte mit der Infiltration von Makrophagen, und fand sich gehäuft in Arealen von Tumor-Hypoxie.
Schlußfolgerung: Die Expression des Angiogenese-spezifischen Integrins a vb 3 in den Tumorgefäßen als auch von VEGF deuten darauf, daß die Angiogenese beim Wachstum von uvealen Melanomen eine entscheidende Rolle spielt. Dadurch wird mit einer spezifischen anti-angiogenetischen Behandlung ein neues therapeutisches Konzept beim uvealen Melanom nahegelegt.
Augenklinik, Klinikum Benjamin Franklin, Freie Universität Berlin, Hindenburgdamm 30, D-12200 Berlin