98. Jahrestagung der DOG 2000

P 126

Ergebnisse der Behandlung des malignen Melanoms der Konjunktiva

S. Uhlmann, M. B. Reichel, U. Gütz*, K. Pittasch, P. Wiedemann

Einleitung: Maligne Melanome der Bindehaut stellen eine seltene Form der Bindehauttumoren dar und können in einer primär erworbenen Melanose, in einem Naevus oder "de novo" entstehen.

Patienten: Im Zeitraum von 1994-1999 wurden an der Universitätsaugenklinik Leipzig 5 Patienten (Alter 68,4± 9,9 Jahre) mit einem Bindehautmelanom behandelt. Bei 4 Patienten bestand ein pigmentierter Tumor an der typischen Prädilektionsstelle im Bereich des Limbus corneae, der auf die Hornhaut übergewachsen war. Bei dem 5. Patienten war der Tumor primär im Bereich der Karunkel lokalisiert. Bei diesem Patienten waren bei vorausgegangenen Probeexzisionen ein Compound-Naevus und eine erworbene intraepitheliale Melanose mit Atypien festgestellt worden. Bei Patient 4 war zwei Jahre zuvor ein Naevus-Zell-Naevus diagnostiziert worden. Es liegt eine ausführliche fotografische Befunddokumentation vor.

Ergebnisse: Bei allen Patienten erfolgte die Abtragung des tumorverdächtigen Areals und die histologische Klassifizierung als malignes Melanom der Bindehaut. Es wurde jeweils eine Nachbehandlung mittels Kryotherapie durchgeführt. Bei Patient 2 und 3 traten zwei bzw. sieben Jahre später lokale Rezidive auf, die erneut exzidiert wurden. Beide Patienten wurden nachbestrahlt. Patient 3 erlitt ein zweites Rezidiv, daraufhin wurde eine erweiterte Enucleatio bulbi mit freier Orbitaplastik durchgeführt. Dieser Patient befindet sich zur Zeit wegen des Verdachts auf Metastasen in Leber, Lunge und Milz in Behandlung. Bei den 4 anderen Patienten besteht gegenwärtig (Nachbeobachtungszeit 2,8± 1,8 Jahre) kein Anhalt für ein Rezidiv oder Metastasen.

Diskussion: Trotz sorgfältigen Vorgehens beträgt die lokale Rezidivrate nach Exzision 55-60 %. Nach einfacher Exzision müssen adjuvante Verfahren der Tumortherapie genutzt werden, lebenslange augenärztliche Kontrollen und Staging sind erforderlich. Zu diskutieren bleibt das Procedere bei der erworbenen intraepithelialen Melanose mit Atypien.

Klinik für Augenklinik der Universtiät Leipzig, Liebigstr. 10-14;
*Institut für Pathologie der Universität Leipzig, Liebigstr. 26,
D - 04103 Leipzig



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