98. Jahrestagung der DOG 2000
V 131
Morphologische und histochemische Untersuchungen der Bindehaut nach Netzhautchirurgie und Brachytherapie
H. Heimann, S. E. Coupland, R. Gochman, M. Hellmich
Hintergrund: Veränderungen des okulären Tränenfilms und daraus resultierende Benetzungsstörungen können bei einer großen Anzahl von Patienten nach netzhautchirurgischen und tumortherapeutischen Eingriffen im Bereich von Auge und okulärer Adnexe beobachtet werden. Gegenstand dieser Studie war die Untersuchung der morphologischen Veränderungen der Bindehaut nach Netzhautchirurgie und Brachytherapie.
Methode: Standardisierte Biopsie der bulbären Bindehaut in 3mm Limbusabstand, die im Rahmen einer Kataraktoperation zwischen 1 Monat und 6 Jahren nach vitreoretinaler Chirugie (n=80) oder Brachytherapie bei Aderhautmelanom/Retinoblastom (n=21) sowie bei einer Kontrollgruppe (n=25) entnommen wurden. Die morphologischen Veränderungen der Präparate wurden mit routinehistologischen Färbungen charakterisiert und eingestuft. Darüber hinaus erfolgten immunhistologische Nachweise für Tenascin, Mucin 1 (EMA) und Syndecan. Die statistische Auswertung der Ergebnisse erfolgte mit Wilcoxon- und Kruskal-Wallis Rangsummentests.
Ergebnisse: Nach Netzhautchirurgie und Brachytherapie konnten im Vergleich zu den Kontrollpräparaten eine vermehrte Stratifizierung des Bindehautepithels, eine verstärkte Fibrose des Bindehautstromas, eine Verminderung der Anzahl der Becherzellen und eine Veränderung der Verteilung der Muzin 1-Expression beobachtet werden (p<0,001). Die Lokalisation der Nachweise von Tenascin und Syndecan wiesen ebenFalls Unterschiede zwischen operierten und nicht-operierten Patienten auf; diese erzielten jedoch keine statistischen Signifikanz. Im Vergleich der Gruppen nach Netzhautchirurgie bzw. Tumortherapie liessen sich keine aufFallenden Unterschiede der Bindehautveränderungen beobachten.
Schlussfolgerung: Netzhautchirurgische Eingriffe sowie eine Brachytherapie von intraokularen Tumoren führen zu morphologischen Veränderungen der Bindehaut, die Benetzungsstörungen im postoperativen Verlauf hervorrufen können.
Augenklinik des Universitätsklinikums Benjamin Franklin der FU Berlin, Hindenburgdamm 30, D-12200 Berlin
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