98. Jahrestagung der DOG 2000

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Organischer Fremdkörper im Corpus ciliare: Ein Fallbericht

B. Wabbels

Einleitung: Fremdkörperverletzungen mit über längere Zeit im Ciliarkörper verbliebenen Fremdkörpern sind selten. Meist kommt es zu chronischen Reizzuständen oder Perforation nach intraokular. Der Nachweis insbeson-dere organischer Fremdkörper kann bei fehlender biomikroskopischer Sichtbarkeit schwierig sein, die bildgebender Diagnostik ist häufig negativ.

Fallbericht: Bei einem 7 Jahre alten Kind wurde nach Verletzung mit einem Tannenzapfen ein ca. 1 mm unterhalb des Limbus gelegener subkonjunktivaler Fremdkörper an der Spaltlampe entfernt. In den folgenden Monaten klagte das Kind über persistierende Schmerzen. Es fand sich ein völlig reizfreier Vorderabschnittsbefund mit einer nur sehr dezenten subkonjunktivalen Verdickung im Bereich der FK-Eintrittspforte. Wegen der Persistenz der Beschwerden erfolgte schließlich eine operative Exploration in Allgemeinanästhesie. Dabei zeigte sich subkonjunktival ein ca. 2 mm langes Stück eines Tannenzapfens, der weit im Ciliarkörper steckte ohne nach intraokular zu perforieren. Netzhaut- und Kammerwinkelbefund waren regelrecht.

Diskussion: Im vorliegenden Fall gaben die andauernden Schmerzen und Mißempfindungen der Patientin den Ausschlag zur Intervention. Diese Beschwerden erklären sich am ehesten durch mechanische Irritation des Ciliarkörpers im Rahmen von Akkomodationsvorgängen. Ein derartiger Fall eines über längere Zeit ohne weitere Komplikationen reizfrei im Ciliarkörper steckenden organischen Fremdkörpers ist bisher nicht beschrieben. Orga-nische Fremdkörper zeigen üblicherweise stark ausgeprägte Fremdkörper- bzw. Enzündungsreaktionen, während steriles Material meist erstaunlich gut toleriert wird. Die bildgebende Diagnostik mit CT hilft in Fällen organi-scher nicht-röntgendichter Fremdkörper wegen der geringen Dichtewerte häufig nicht weiter. Auch bei entzündungsfreiem Befund sollte daher bei symptomatischen Patienten insbesondere bei Verdacht auf einen organi-schen Fremdkörper die vollständige Entfernung angestrebt werden.

Universitäts-Augenklinik Heidelberg, INF 400, D-69120 Heidelberg



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