98. Jahrestagung der DOG 2000

P 163

Das Retina-Implant-Projekt: Elektrisch evozierte corticale Potentiale (EECP) bei M. fascicularis nach epiretinaler Implantation von Retina-Stimulatoren

H. Gerding1, R. Hornig2, C. Köhler2, S. Taneri1, F. P. Benner1, C. E. Uhlig1, R. Eckmiller2

Zielsetzung: 1. Darstellung der funktionellen Integrität der Primatennetzhaut nach epiretinaler Implantation von Mikrokontaktfolien und 2. Bestimmung retinaler Stimulus-Parameter für die Auslösung nachweisbarer elektrisch evozierter corticaler Potentiale (EECP).

Methoden: Operative Verfahrensentwicklung (Implantation, epiretinale Positionierung) von Mikrokontaktfolien in post mortem-Versuchen und anschließende in vivo-Anwendung. Einzelschritte des OP-Verfahrens: 1. pp-Vitrektomie, 2. Injektion 1.0 ml Decalin, 3. Einführung der Mikrokontaktfolien durch 3,2 mm Sklerotomie und 4. Absenken durch Entfernung von Dekalin, 5. Stabilisierung des Implantates durch Überschichtung mit 0.5 ml Decalin, 6. Stimulation unter Variation der Impulsparameter (biphasische ladungsbalancierte Rechteck-Impulsserien), 7. Aufzeichnug/Averaging der EECP, 8. histologische Untersuchung kontaktierter Netzhautbereiche.

Ergebnisse: Mit der o.e. operativen Methodik konnte eine atraumatische Kontaktierung der Netzhautinnenfläche erreicht werden. Durch Mikrokontakt-Stimulation waren eindeutig von Stimulus-Artefakten differenzierbare EECP´s ableitbar. Latenz (26 ms) und Gipfelzeiten (36 ms) fielen kürzer aus als bei lichtinduzierten cortical evozierten Antworten. EECP´s wiesen maximale Amplituden bei einem Stimulationsstrom zwischen 100 und 120 µA auf. Unter 40 µA waren keine reproduzierbaren Antworten darstellbar. Bei einer Standardimpulsdauer von 100 µs/Halbperiode war ein Maximum der EECP-Amplituden darstellbar.

Diskussion: Die verwendete Implantationstechnik erlaubt eine sichere und gewebeschonende Implantation von Retina Implant-Mikrokontaktfolien bei Primaten. Unter Anwendung der beschriebenen Technik können ladungsabhängige EECP-Antworten durch Stimulation von Mikrokontakten im Bereich physiologisch akzeptabler Stimulus-Parameter ausgelöst werden.

1Augenklinik/Univ. Münster, 2Inst.f. Informatik VI, Neuroinformatik/Univ. Bonn – Förderung: BMBF-Förderung (EPI-RET-Projekt Fd.Kz.: 01 IN 503 D), Fördergesellschaft und IMF-Fond der Univ. Münster



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