98. Jahrestagung der DOG 2000

P 164

Das Retina-Implant-Projekt (EPI-RET): Entwicklung neuer
mikromechanischer Befestigungselemente für epiretinale Implantate

S. Taneri, C. E. Uhlig, H. Gerding

Hintergrund: Die langfristig stabile Befestigung des intraokularen Anteils des Retina Implant-Gesamtsystems (Implantat bestehend aus Signal-Empfänger, Energie- und Signalaufbereitung und Mikrokontaktfolie) auf der Netzhaut stellt eine conditio sine qua non dar. Das primäre Gewebetrauma und die sekundäre Gewebereaktion sollten so gering wie möglich sein und in der klinischen Anwendung beim Menschen auch eine Explantation erlauben. Neben einem bioadhäsiven Ansatz („Fibrinklebung") konzentrieren sich bisherige Arbeiten auf eine mechanische Fixation (intraskleral fixierte mikromechanische Elemente).

Material und Methode: Die Entwicklung wird dargestellt ausgehend von einerseits handelsüblichen Retinanägeln zur Ablatiochirurgie - aus Titan nach Heimann (Geuder GmbH) bzw. aus Edelstahl nach Machemer (Grießhaber Co. AG) – und andererseits nicht kommerziell erhältlichen Prototypen aus Hydrogel. In der Entwicklungsreihe folgen rohrartige (innen hohle) Strukturen aus Edelstahllegierungen neben soliden Tacks ohne Verjüngung zentral des Spitzenansatzes. Später werden erstmals unterschiedliche Materialien zu Hybrid-tacks (Metallschaft mit Kunststoffauflage) kombiniert, um den Anpressdruck auf das Implantat zu reduzieren. Daraus entwickelt sich eine Reihe von verschiedenen Formen des Kunststoffanteils (Scheibe, Ring) unter Verwendung von Hydrogelen und Silikonderivaten. Das Kunststoffelement verleiht dem Tack elastische Eigenschaften und mindert so die auf die Netzhaut übertragene Belastung während der Tack in die Sklera eingebracht wird. Auch die Geometrie der Spitze wurde mehrfach modifiziert, um die zur Insertion erforderliche Kraft zu minimieren.

Ergebnisse und Schlussfolgerung: Als Resultat dieser Entwicklung stehen optimierte mikromechanische Befestigungselemente für die schonende und gleichzeitig stabile epiretinale Fixation von intraokularen Implantaten zur Verfügung.

Augenklinik, Universität Münster, Domagkstr. 15, D-48129 Münster



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