98. Jahrestagung der DOG 2000

V 175

Ergebnisse nach kombinierter Operation: PPV und Linsenchirurgie

A. Gamael, S. Clemens

Einleitung: Für die pars plana Vitrektomie ist ein klarer Einblick in das Augeninnere unentbehrlich. Schon eine geringe Linsentrübung kann für die Detailerkennung während der Operation störend sein.

Material und Methode: Wir analysierten retrospektiv 100 Augen (100 Patienten) bei denen im Zeitraum von 1994 bis 1999 eine kombinierte pars plana Vitrektomie mit Linsenchirurgie durchgeführt wurde.

Indikation der kombinierten Operation setzte sich wie folgt zusammen: rhegmatogene Amotio retinae bei 32 Augen, traktive Amotio retinae mit PVR bei 17 Augen, exsudative Amotio retinae bei 2 Augen, Gefäßerkrankung der Retina bei 4 Augen, degenerativen Veränderungen der Netzhaut und des Glaskörpers bei 13 Augen, Trauma bei 16 Augen, Endophthalmitis bei 7 Augen und andere Indikationen bei 9 Augen.

Ergebnisse: Bei 44 Fällen wurde postoperativ die Sehschärfe besser, bei 33 Fällen blieb sie gleich. In 82 Fällen lag die Netzhaut postoperativ an und in 12 weiteren Fällen konnte die Netzhaut durch Folgeeingriffe wieder angelegt werden. In 3 Fällen kam es zu einer Phtisis.

Diskussion: Die kombinierte pars plana Vitrektomie mit Linsenchirurgie ermöglicht einen klaren Einblick während der Vitrektomie insbesondere für die Fundusperipherie und reduziert die Patientenbelastung durch die Einsparung eines Zweiteingriffes. Die Reihenfolge der Einzelschritte vom vorderen zum hinteren Augenabschnitt ermöglicht ein stabiles Auge während der gesamten Operation. Es ist von Vorteil, eine Kunstlinse zu implantieren, da beim aphaken Auge mit PDR ein erhöhtes Risiko eines Neovaskularisationsglaukom besteht. Im Falle einer Silikonöltamponade haben sich silikonfreie Kunstlinsen, wie Acryl-Faltlinsen, bewährt, da es bei Silikonlinsen zu Haftung des Silikonöls am Linsenmaterial kommen kann. Die Implantation der Kunstlinse in den Kapselsack hat zum Ziel, die Diaphragmafunktion zu stärken. Die Verwendung von Faltlinsen bedingt eine höhere Stabilität durch den kleineren Schnitt für die Implantation.

Universitäts-Augenklinik der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Rubenowstrasse 2, D-17487 Greifswald



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