98. Jahrestagung der DOG 2000

K 179

Temperaturentwicklung im Bereich der Sklerostomien während der Benutzung eines Fragmatoms zur intravitrealen Emulsifikation eines Linsenkerns

H. Gümbel, L. O. Hattenbach, C. Ohrloff, F. Koch

Einleitung: Die Phakoemulsifikation erzeugt sowohl im gepulsten, als auch ungepulsten Anwendungsbereich Temparaturen bis zu 80°C in der Sklera. Spezielle Silikonhüllen (sleeve) schützen vor thermischen Schäden. Die intravitreale Emulsifikation eines abgesunkenen Linsenkerns erfolgt mit einem ungeschützten Fragmatom. Wir untersuchten die Temparaturentwicklung unter experimentellen Bedingungen in der Sklera und im Glaskörper.

Methoden: Die Untersuchungen wurden mit einem Phakoemulsifikationsgerät (Accurus) der Fa. Alcon (Fort Worth, USA) und einem speziellen Handstück (Fragmatom) durchgeführt. Die Temparaturentwickung wurden mit einem digitalen Thermometer (Fa. Boenicke, Hamburg) und eigens entwickelten Messsonden an Schweineaugen gemessen. Es wurden Temparaturmessungen der Sklera zwischen ungeschützten und geschützten (Multiilluminationssystem, MIS) Sklerostomien angestellt.

Ergebnisse: Die Temparaturen der Skleraeingänge im Bereich der ungeschützten Sklerostomien waren signifikant höher (93±7,3°C) als unter Benutzung der MIS (43±5.6°C), jedoch wurde das innere Lumen der MIS durch die Hitzeentwicklung nach 20s Schall geschmolzen. Die Skleralefzen der ungeschützten Eingänge waren koaguliert. Die Temparaturen bei intravitrealer Fragmentation waren mässig erhöht (42±8,3°C).

Diskussion: Die Untersuchungen an den Kadaveraugen haben Ergebnisse bestätigt, wie sie aus Untersuchungen der Wärmeentwicklung während der Phakoemulsifikation im Augenvorderabschnitt bekannt sind. Es empfiehlt sich während der Benutzung eines Fragmatoms den Sklerostomieeingang zu schützen (z.B. Teflonhülse) oder einen dickeren Silikonsleeve zu verwenden, der allerdings eine Verbreiterung der Sklerostomie notwendig macht. Thermische Schäden der Retina sind in einem für die Vitrektomie vorbereiteten Auge durch die kontinuierliche Spülung der Miniinfusion nicht zu befürchten.

Universitäts-Augenklinik, Johann-Wolfgang-Goethe-Universität, Frankfurt/M



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