98. Jahrestagung der DOG 2000
V 18
Entwicklung von in-vivo-Fluoreszenzmikroskopie, um Ganglienzelltod direkt zu verfolgen
L. Indorf, M. Kröning, S. Thanos
Ziele der Studie: Fundoskopische oder Laserscanningverfahren reichen in ihrer Auflösung nicht aus, um einzelne Zellen der Retina darzustellen. Wir strebten die Visualisierung von Ganglienzellen in der Retina der Ratte an, um Fragen des traumatischen Zelltodes anzugehen, der nach Durchtrennung des Sehnerven auftritt.
Methoden: Kleine Kontingente von Zellen (50-100) wurden in der Area centralis vom Colliculus superior aus mit einem vitalen Fluoreszenzfarbstoff retrograd markiert. Nach mindestens 5 Tagen, die für den Stofftransport nötig sind, wurde das Tier betäubt und die Pupille weitgestellt. Das Tier wurde auf einem eigens angefertigten Mikroskopiertisch mit dreidimensional beweglicher Kopfhalterung für das Tier fixiert. Der Fundus wurde fluoreszenzoptisch mikroskopiert. Dafür wurde die Hornhaut applaniert und an einem konventionellen Mikroskopobjektiv eine 3.0 bis 8.0 Dioptrien harte Kontaktlinse fixiert, um den Arbeitsabstand des Objektivs zu verlängern. Somit ließ sich der Fundus mit dem fluoreszierenden Zellen einwandfrei darstellen. Im Anschluß an die Dokumentation wurde der Sehnerv intraorbital gequetscht, um einen Zelltod zu induzieren.
Ergebnisse: Bei Verwendung von Gefäßen und der Papille als Landmarker" konnten die gleichen fluoreszierenden Ganglienzellen mehrmals photographiert werden, so daß im Zuge des retrograden Zelltodes schwindende Zellen festgestellt werden konnten. Nach der Degeneration von Ganglienzellen konnten die phagozytierenden Mikrogliazellen sichtbar gemacht werden.
Schlußfolgerung: In vivo Fluoreszenzmikroskopie ist ein neues Verfahren der Zellidentifizierung und eignet sich, um degenerierende Neurone in der Retina sichtbar zu machen. Das Verfahren kann bei Testung neuroprotektiver Substanzen im Tierversuch verwendet werden.
Universitäts-Augenklinik, Experimentelle Ophthalmologie, Domagkstr. 15, D-48149 Münster
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