98. Jahrestagung der DOG 2000
P 183
Entwicklung eines Macular-Puckers nach Panfunduslaserkoagulation bei proliferativer diabetischer Vitreoretinopathie Kasuistik
S. Hörle, P. Kroll
Einleitung: Laserkoagulationen von Netzhautforamina bzw. degeneratio-nen können bekanntlich Komplikationen wie epiretinale Gliosen zur Folge haben. Bei Diabetikern, die aufgrund diabetischer Netzhautveränderungen wesentlich höhere Laserenergien im Rahmen von Panfunduslaserkoagulationen erhalten, ist dieses Phänomen in der Literatur bisher nicht beschrieben. Wir berichten über 2 Patienten, bei denen nach Panfunduslaserkoagulation extensive epiretinale Gliosen und Macular-Pucker auftraten.
Fall 1: Ein 22-jähriger Typ-I Diabetiker wurde auf Grund einer proliferativen diabetischen Vitreoretinopathie (PDVR) beidseits gelasert. 3 Monate später hatte sich am rechten Auge eine epiretinale Gliose mit einem Macular-Pucker und einer Visusminderung auf Handbewegung ausgebildet. Mittels Pars-plana-Vitrektomie (PPV) konnte die Membran von der Netzhautoberfläche entfernt und die Netzhaut im Makulabereich entfaltet werden. Der Visus war bereits 1 Monat nach der Operation wieder auf 0.2 angestiegen.
Fall 2: Ein 68-jähriger, insulinpflichtiger Typ-II Diabetiker wurde ebenFalls aufgrund einer PDVR gelasert. Etwa 2 Monate später kam es zu einem VisusabFall auf 0.05 am linken Auge auf Grund eines Macular-Puckers. 6 Wochen nach PPV betrug der Visus wieder 0.1.
Diskussion: Epiretinale Gliosen werden nach Traumata, Entzündungen, Operationen, Laser- und seltener Kryokoagulationen sowie im Alter auch idiopathisch beobachtet. Retinale Pigmentepithel- und gliazellen konnten als zelluläre Komponenten der Membranen nachgewiesen werden. Angeblich gelangen diese durch Defekte der Netzhaut bzw. der Lamina limitans interna auf die Netzhautoberfläche und führen zur epiretinalen Gliose. Ob dieser Pathomechanismus auch in den vorliegenden Fällen ausschlaggebend war, darf bezweifelt werden, da ein Macular-Pucker, der als Folge einer Panfunduslaserkoagulation bei diabetischer Vitreoretinopathie in der Literatur bisher nicht beschrieben ist, bei den hohen Laserenergien und der großen Zahl durchgeführter Laserbehandlungen viel häufiger zu beobachten sein müßte.
Augenklinik, Philipps-Universität, Robert-Koch-Str. 4, D-35037 Marburg
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