H . Krastel *, A.-L. Castro-Mendoza**, C. Bellmann
Einleitung: Drusen sind extrazelluläre Ablagerungen, die bevorzugt im zentralen und parazentralen Fundus auftreten. Sie bestehen aus Rezeptormaterial, das im Lauf der Erneuerungsprozesse nicht korrekt metabolisiert wurde. Drusen können z.B. bei behindertem Materialtransport durch die Bruch'sche Membran entstehen, aufgrund metabolischer Fehler im RPE, und durch Formation pathologischer Proteine und Lipide in den Rezeptoren. Im letzteren Fall können Fehlfunktionen der Rezeptoren frühe Hinweise auf den Schadensprozess geben. Eine Verschiebung der spektralen Farbgleichung gilt als früher Indikator einer makularen Rezeptorstörung. Ziel dieser Untersuchung ist die Suche nach Farbsinndefekten bei Drusen mittels Anomaloskopie.
Methoden: Mit dem HMC Anomaloskop wurde die Rayleigh-Gleichung als Standardverfahren bei Neutralstimmung geprüft. Weil Sehschärfedaten regelmäßig zur Verfügung standen, wurde der Visus mit der Verschiebung der Rayleigh-Gleichung und der Vergrößerung ihrer Einstellbreite sowie dem Helligkeitsverlust in Richtung Rot verglichen. Subjektive Blendung diente als zusätzliches Kriterium. Bis jetzt wurden 14 Beobachter im Alter zwischen 47 und 72 Jahren untersucht. Sehschärfe unter 0.5 sowie Metamorphopsie galten als Ausschlußkriterien, um Kontamination der Resultate durch Exzentrisation und durch sekundäre Veränderungen der Rezeptoren aufgrund einer serösen Abhebung zu vermeiden.
Ergebnisse: Gegenwärtig lassen sich unsere Beobachtungen in drei Gruppen gliedern: a) Drusen ohne faßbaren Rot-Grün-Defekt; b) Drusen mit erweiterter und/oder in Richtung Rot verschobener Gleichung, jedoch ohne Helligkeitsverlust; c) Drusen mit erweiterter und verschobener Gleichung mit Helligkeitsverlust in Richtung Rot. Diese Befundmuster kombinieren sich mit Sehschärfewerten von a) 0.8 und besser (Gruppe 1); von b) 0.5 bis 0.8 (Gruppe 2), und von C) 0.5 bis 0.8 bei subjektiver Blendungsempfindlichkeit (Gruppe 3).
Diskussion: Die Untersuchungen können helfen zu klären, ob im individu-ellen Fall Drusen eine Folge von Photorezeptorschäden sind oder umge-kehrt. Das erste liegt vermutlich vor in Gruppe 3, das zweite in Gruppe 1 und 2.
Literatur: Eisner, A. et al: Relations between fundus appearance and function. IOVS 1991; 31, 8- 19
Augenklinik der Ruprecht-Karls-Universität, Heidelberg,
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