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R. Augsten, E. Königsdörffer, J. Müller, M. Hartmann Augenklinik der Friedrich-Schiller-Universität Jena,
Bachstraße 18,
D-07740 Jena
Eine Akanthamöben-Keratitis ist eine seltene Hornhautentzündung. Als wichtige Risikofaktoren gelten Kontaktlinsen, kontaminiertes Wasser sowie Hornhauttraumata. Typische Symptome der Akanthamöben-Keratitis sind Epitheldefekte, Ringinfiltrate und zentrale Ulkusbildungen sowie starke Schmerzen. Es wird über einen atypischen Krankheitsverlauf nach einer Akanthamöben-Infektion berichtet.
Patient: Der 39-jährige Patient hatte seit September 1999 ein Hornhaut- randulkus am rechten Auge. Er war kein Kontaktlinsenträger und schmerzfrei. Wegen des Verdachts auf eine bakterielle Genese waren zunächst eine lokale Antibiotikatherapie und später - wegen eines vermuteten immunologischen Geschehens - zusätzlich eine lokale Steroidtherapie durchgeführt worden. Auf Grund einer Befundverschlechterung und einer Vergrößerung des Ulkus erfolgte im Januar 2000 die stationäre Aufnahme bei einem Visus von 0,6. Es wurde ein tiefes Hornhautrandulkus mit einer Fibrinreaktion in der Vorder- kammer diagnostiziert.
Krankheitsverlauf und Ergebnis: Zunächst wurde eine intensive lokale Anti- biotikatherapie eingeleitet. Auf Grund einer Perforation des Randulkus machte sich nunmehr eine zweimalige Bindehautdeckung erforderlich. Der Abstrich vom Ulkusgrund erwies sich im Nativpräparat als Akanthamöben-positiv, während Bakterien und Pilze nicht nachweisbar waren. Nach Umstellung der lokalen Therapie auf Brolene, Polyspectran und Chlorhexidin (0,02 %) stabilisierte sich der Hornhautbefund und das Hornhautulkus begann langsam abzuheilen. Wegen der Lage des Ulkus am Hornhautrand und des damit be- sonders hohen Risikos einer Immunreaktion und wegen des günstigen Ver- laufs nach der Bindehautdeckung ist auf eine Keratoplastik verzichtet worden.
Schlußfolgerung: Auch bei einem atypischen Verlauf einer Keratitis und Ulkusbildung und bei Ausbleiben klassischer Krankheitssymptome muß mit einer Akanthamöben-Infektion gerechnet werden.