98. Jahrestagung der DOG 2000

V 239

Matrixmetalloproteinasen und ihre spezifischen Inhibitoren bei steriler Hornhauteinschmelzung

G. Geerling1,2, G. A. Limb2,, J. T. Daniels2, P. T. Khaw1,2, J. K. G. Dart1

Einleitung: Infektiöse und nicht-infektiöse Erkrankungen der Augenoberfläche kön-nen durch progressive Hornhauteinschmelzung kompliziert werden. Matrixmetall-oproteinasen (MMP) sind als zinkhaltige Enzyme bei Infektion, Entzündung, Tumor-ausbreitung und normalem Gewebsumsatz beteiligt. Tissue inhibitors of metall-oproteinases (TIMP) sind spezifische Inhibitoren von MMPs. Eine Vielzahl von TIMPs und MMPs wurde in Tränen von Normalprobanden und in erhöhter Konzentration in Tränen von Patienten mit Hornhauteinschmelzung identifiziert. Ziel der hier vorgestellten Studie war es zu nachzuweisen, welche MMPs und TIMPs bei sterilen Einschmelzungen im Hornhautgewebe vorliegen und was möglicherweise der zelluläre Ursprung dieser Proteine ist.

Methoden: Zur intrazellulären Lokalisation von MMPs wurden Biopsiepräparate von 6 Hornhäuten mit steriler Einschmelzung, 3 normalen Hornhäuten und 1 normalen Tränendruse immunhistochemisch untersucht. Zur intrazellulären Anreicherung der MMPs wurden die Präparate 6 Stunden in MEM mit Monensin (5 nmol/ml) inkubiert, bevor sie immunhistochemisch mit monoklonalen Antikörpern für MMP-1, -2, -3, -8 und –9, sowie TIMP-1, -2 und –3 und dem Chromogen Vector-Rot gefärbt wurden.

Ergebnisse: Hornhäute mit sterilen Einschmelzungen zeigten eine ausgiebige extrazelluläre Anfärbung für MMP-1, -2, -3 und –9, aber keine oder lediglich schwache Anfärbung für TIMPs. Bei Gewebe von normalen Hornhäuten konnte lediglich MMP-9 in schwacher Anfärbung subepithelial nachgewiesen werden. Die azinären Zellen im Gewebe einer normalem Tränendrüse waren mit Ausnahme von MMP-8 und TIMP-3 für alle untersuchten Proteine positiv.

Schlussfolgerung: Bei steriler Einschmelzung finden sich erhoehte Mengen zahlreicher MMPs in der Extrazellulärmatrix der Cornea. Die Tränendrüse stellt eine mögliche Quelle dieser matrixabbauenden Enzyme dar. Mögliche therapeutische Konsequenzen dieser Ergebnisse werden diskutiert.

1Moorfields Eye Hospital, 162 City Road, London EC1V 2PD, UK

2Insitute of Ophthalmology, Bath Street, London, EC1v 9EL,UK

3Augenabteilung der Universitaetsklinik Luebeck, 23538 Luebeck, Germany

Unterstützt durch DFG Ge 895/4-1, Moorfields LORS 486 und Special trustees of Moorfields Eye Hospital



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