K 240
A. Altmann, J. Tympner, R. Kuckelkorn
Einleitung: Sehr selten kommt es bei Kataraktoperationen zu Abrissen der Descemetschen Membran. Bei zuvor induzierter Abhebung der Desce-metschen Membran kann es bei schlechter Bestimmbarkeit der Strukturen sogar zu einer Descemetorhexis, einer akzidentellen Rhexis der Desce-metschen Membran, kommen. Die strukturellen Veränderungen bei dieser beispielhaft extremen Schädigung von Descemetscher Membran und Endothel sollen mit dem konfokalen Mikroskop betrachtet werden.
Methode: Zwei Patienten mit Descemetorhexis nach auswärtiger Katarakt-operation vor 8 Monaten und 5 Jahren wurden in unsere Hornhautsprech-stunde überwiesen. In beiden Fällen war es nach einer temporären Dekom-pensation zu einem Aufklaren der Hornhaut gekommen. Die Patienten wurden mit dem konfokalen Spalt-scanning Videomikroskop Microphthal" (Fa. Hund, Wetzlar, Germany) untersucht.
Ergebnisse: Neben einer Schädigung des Stromas mit diskretem Ödem und hochreflektiven, Detritus entsprechenden Spots zeigen sich insbeson-dere im posterioren Stroma aktivierte Zellen keratozytären, möglicherweise aber auch endothelialen Ursprungs. An der posterioren Stromagrenze fin-det sich eine hochreflektive, homogene Fläche, auf der meistens eine En-dothellage zu identifizieren ist, die allerdings durch vergleichsweise un-scharfe Zellgrenzen auffällt.
Diskussion: Auch fünf Jahre nach dem Ereignis zeigten sich noch typische Stromaveränderungen. Die wiedererlangte Transparenz ist Folge der ge-schlossenen Endothelschicht, die jedoch noch keine ausgereifte Interzel-lularsubstanz aufweist. Im weiteren Verlauf wird eine Pseudo-Des-cemetsche Membran gebildet, die durch ihre relative Dicke und hohe Re-flektivität im Sinne einer Defektheilung imponiert. Insgesamt zeigen die kon-fokalen Befunde die Regenerationsfähigkeit der Hornhaut auch bei großen traumatischen Defekten von Endothel und Descemetscher Membran auf.
Augenklinik der RWTH Aachen, Pauwelsstraße 30, D-52074 Aachen