98. Jahrestagung der DOG 2000
R 25
Fortschritte in der Gentherapie von Netzhautdegenerationen
M. B. Reichel
Einleitung: Durch die molekularbiologische Forschung wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche Gene für erbliche Netzhautdegenerationen kloniert. Gleichzeitig gelang es, mit viralen Vektoren fremde Erbsubstanz in eine Zielzelle einzuschleusen. Mit diesen beiden Entwicklungen wurde die Grundlage für eine neue Behandlungsstrategie erblicher Netzhautdegenerationen gelegt: der Gentransfer in die Netzhaut. In dem Referat werden exemplarisch die wichtigsten Schritte dieser Entwicklung anhand der eigenen Forschungsergebnisse und der Ergebnisse anderer Gruppen dargestellt.
Methoden: Die Evaluierung verschiedener viraler Vektorsysteme (AV, AAV, HIV) für einen effizienten Gentransfer in die Mausnetzhaut steht im Mittelpunkt. Die besten Ergebnisse wurden bislang mit Adeno-assoziiertem Virus (AAV) erzielt.
Ein in vivo Gentransfer läßt sich nur im Tierversuch analysieren. Dazu wurde die retinal degeneration slow mouse (rds) verwendet, der das funktionelle Gen für peripherin/rds fehlt. Das herausragende Merkmal der homozygoten Nullmutante ist die Unfähigkeit der Photorezepotren, Außensegmente zu bilden.
Ergebnisse: Durch subretinale Injektion eines AAV, der die peripherin/rds cDNA, gesteuert durch einen photo-rezeptorzellspezifischen Promotor, in den Photorezeptoren exprimiert, läßt sich der Defekt morphologisch und funktionell korrigieren.
Neben dem Weg des bereits Erreichten werden die noch offenen Fragen des viralen Gentransfers, die Probleme der Regulation des Transgens und die alternativen Strategien, die auf dem Gentransfer beruhen, dargestellt.
Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde, Universität Leipzig, Liebigstr. 10, 04103 Leipzig
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