98. Jahrestagung der DOG 2000

K 260

Implantation torischer Intraokularlinsen zur Korrektur hoher postkeratoplastischer Astigmatismen

M. Amm, M. Halberstadt

Einleitung: Der hohe postkeratoplastische Astigmatismus bleibt eine thera-peutische Herausforderung. Bei Entwicklung einer Katarakt ist die Implantation einer torischen Intraokularlinse eine neue Behandlungsoption. Wir berichten über unsere ersten Erfahrungen nach Implantation einer torischen IOL am Visus- und Refraktionsverlauf von 3 Patienten.

Methoden: Im Rahmen einer geplanten Routine-Katarakt-Operation erhielten die Patienten bei hohem, regelmäßigen postkeratoplastischen Astigmatismus eine individuell angefertigte torische IOL (MP 600 TU, Dr. Schmidt) über einen sklerokornealen Tunnelzugang. Der präoperative Astigmatismus lag bei 5.0, 6.0 bzw. 7.5 cyl dpt., das sphärische Äquivalent der zwei hoch myopen Augen (Bulbuslänge: 27,46 bzw. 27,71 mm) betrug -15.0 bzw. -14.75 dpt., beim dritten, hyperopen Patienten +6.5 dpt.. Prä- und postoperative Diagnostik umfaßte neben den Standarduntersuchungen eine korneale Topographie, Bestimmung der VK-Tiefe, Ultraschallbiomikroskopie und eine Gesichtsfeldprüfung. Die Nachbeobachtungszeit beträgt mindestens 6 Monate bis max. 12 Monate.

Ergebnisse: Implantation und intraoperative Ausrichtung der torischen IOL verliefen komplikationslos. Der postoperative Astigmatismus wurde auf 2.0, 1.75 bzw. 4.0 cyl dpt. reduziert, das sphärische Äquivalent lag bei -4.25, -2.0 bzw. +5.0 dpt.. Ein Patient zeigte 6 Monate nach Kataraktoperation eine IOL-Drehung um 20°, wesentliche Kapselschrumpfungen waren nicht zu beobachten.

Diskussion: Die Entwicklung torischer Intraokularlinsen bedeutet einen weiteren Fortschritt in der Kataraktchirurgie mit Verbesserung des refraktiven Effektes. Ein wesentliches Problem nach perforierender Keratoplastik ist die exakte Biometrie. Diese Problematik verschärft sich bei der Implantation von Speziallinsen mit Vorliegen kombinierter hoher sphärischer und zylindrischer Refraktionsfehler. Zur Beurteilung der Stabilität der IOL-Achsenlage sind größere Fallzahlen mit längerer Nachbeobachtungszeit erforderlich. Derzeit läuft an unserer Klinik eine prospektive Studie.

Klinik für Ophthalmologie der Christian-Albrechts-Universität, Hegewischstr. 2, D - 24105 Kiel


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