K 263
M. Ledergerber, D. T. Pham
Hintergrund: Wie bereits mehrfach in der Literatur beschrieben, gehen Katarakt- und Glaukomoperationen an kleinen Augen und Nanophthalmus häufig mit schweren intra- und postoperativen Komplikationen, wie beispielsweise Hornhautdekompensation, Irisläsion, Kapselruptur, Winkelblockglaukom oder uvealer Effusion, die durch eine exzessive Vis-à-tergo bedingt sind, einher. Die vorliegende Studie soll Aufschluß darüber geben, ob durch zusätzliche osmotische Dehydrierung des Glaskörpers und ausgiebiger Okulopression eine weitere Vorderkammervertiefung mit dem Ziel verbesserter Operationsbedingungen und konsekutiver Reduzierung der oben genannten Komplikationen erreicht werden kann.
Methode: Dazu wurden insgesamt 73 kataraktoperierte Augen mit einer Bulbuslänge zwischen 18,86 und 20,99 mm retrospektivausgewertet. Alle Patienten erhielten präoperativ jeweils 250 ml Osmofundin (Mannitol) intravenös sowie eine 30-minütige Oculopression bei 40 mmHg. Es wurden PMMA- Hinterkammerlinsen der Stärken 28,5-35,0 dpt implantiert. 67 Kataraktoperationen erfolgten in Sponge- und intracameraler Anästhesie, bei 6 Patienten wurde eine Retrobulbärinjektion durchgeführt. Häufigste präoperative Begleiterkrankung war mit 37% (27/73) das Glaukom in Form eines
Engwinkel-, Offenwinkel- oder Pseudoexfoliationsglaukoms. 17 Augen (23,3%) waren diesbezüglich bereits voroperiert.
Ergebnisse: In 8,2% (6/73) der Fälle kam es intraoperativ zu mäßiger Vis-à-tergo. Weitere Komplikationen wurden nicht beobachtet. Keine der Operationen mußte aufgrund der Vis-à-tergo abgebrochen werden. Die postoperativen Komplikationen beschränkten sich auf Tensioanstieg und Pupillenverziehung bei insgesamt 9 operierten Augen (12,3%). Ein Patient mußte sich wegen unvollständiger Cortexabsaugung einem zweiten Eingriff unterziehen. Der präoperative Visus von ca. 0,3 bei einem sphärischen Ausgleich von +4,17 dpt konnte postoperativauf 0,48 und einem sphär-ischen Ausgleich von -0,22 dpt gesteigert werden.
Schlußfolgerung: Vergleichen wir die in dieser Studie gewonnenen Daten mit jenen in der Literatur, so stellen wir fest, daß durch die präoperative Gabe von Osmofundin in Kombination mit ausgiebiger Okulopression die intra- und postoperativen Komplikationen bei Kataraktoperationen an kleinen Augen und Nanophthalmus weiter reduziert werden können.
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