98. Jahrestagung der DOG 2000
P 269
Lipaemia retinalis bei metabolischem Syndrom
D. Krist, H. Wenkel
Hintergrund: Die Lipaemia retinalis ist eine selten beschriebene okuläre Manifestation einer Hyperlipidämie. Wir berichten über eine Patientin mit Visusminderung und Gesichtsfeldeinschränkung bei Lipaemia retinalis im Rahmen eines metabolischen Syndroms.
Kasuistik: Eine 45jährige, adipöse Frau stellte sich aufgrund eines seit mehreren Wochen langsam progredienten bilateralen VisusabFalls beim Augenarzt vor. Desweiteren bestanden ausgeprägte eruptive Xanthome an den Lidern und am gesamten Körper. Der Visus lag beidseits bei 0,2. Funduskopisch fand sich bilateral eine gelb-weiße Gefäßzeichnung mit insgesamt dezenter Aufhellung des Augenhintergrundes. Beidseits zeigte sich ein konzentrisch eingeengtes Gesichtsfeld. Laborchemisch wurde eine exzessive gemischte Hyperlipidämie (Triglyceride 11694 mg/dl, Cholesterin 1724 mg/dl) nachgewiesen. Mit sofortiger Einleitung einer stoffwechselregulierenden Therapie zeigte sich im Verlauf eine rasche Verbesserung der klinischen Symptome.
Schlub
folgerungen: Die Lipaemia retinalis ist ein spezifischer Marker für eine Hypertriglyceridämie. Eine fortgeschrittene Lipaemie kann zu Visusreduktion und Gesichtsfeldeinschränkungen führen. Im Rahmen eines metabolischen Syndroms ist die Lipaemia retinalis Ausdruck einer schweren Stoffwechselentgleisung, welche zur Verminderung des kardiovaskulären Risikos umgehend einer internistischer Behandlung zugeführt werden muß.
Augenklinik mit Poliklinik der Universität Erlangen-Nürnberg, Schwabachanlage 6, D-91054 Erlangen
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