98. Jahrestagung der DOG 2000

R 285

Lysetherapie retinaler Gefäßverschlüsse: Eine aktuelle Übersicht

L.-O. Hattenbach, H. Gümbel, F. Koch, C. Ohrloff

Während der Einsatz von fibrinolytisch wirksamen Substanzen wie Urokinase, Streptokinase oder rekombinanter Gewebsplasminogen-aktivator (rt-PA) in der Akuttherapie thrombotischer Verschlüsse großer Gefäße einen festen Platz einnimmt, gilt die Verwendung dieser Therapeutika aus ophthalmologischer Indikation weiterhin als umstritten. Obwohl die Anwendung der Fibrinolyse zur schnellen Wiederherstellung des Blutflusses auch für retinale Gefäßverschlüsse in Anbetracht der histopathologischen und klinischen Merkmale grundsätzlich geeignet scheint, ergibt sich aus dem mit der systemischen Gabe von Fibrinolytika verbundenen hämorrhagischen Risiko ein prinzipielles Problem.

Eigene Ergebnisse sowie verschiedene Studien zur systemischen oder lokalen fibrinolytischen Therapie retinaler Gefäßverschlüsse werden im Überblick dargestellt und im Hinblick auf eine potentielle klinische Wirksamkeit dieser Behandlungsform überprüft. Unter Berücksichtigung der Erkenntnisse aus bekannten klinischen Studien zur Thrombolyse bei Verschlüssen großer Gefäße wird die klinische Wirksamkeit der verschiedenen Fibrinolytika sowie das Blutungsrisiko in Abhängigkeit von der Dosierung und anderen Faktoren analysiert.

Die bisher vorliegenden Ergebnisse weisen darauf hin, daß eine Thrombolyse in ausgewählten Fällen die Möglichkeit einer annähernd kausalen Behandlung retinaler Gefäßverschlüsse bietet. Wegen der Gefahr hämorrhagischer Komplikationen sollte die Wahl einer geeigneten thrombolytischen Therapie dabei vor allem auf die Minimierung des Risikos abzielen.

Klinik für Augenheilkunde, Klinikum der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität, D-60590 Frankfurt am Main



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