Intima-Media-Dicke der Arteria carotis communis bei venösen retinalen Gefäßverschlüssen
B. Kacer1, L. O. Hattenbach1, C. Thalhammer2
Einleitung: Zu den Faktoren, für die ein ursächlicher Zusammenhang in der komplexen Pathogenese retinaler venöser Verschlüsse angenommen wird, zählen Endothel- und Intimaproliferation, chronisch-entzündliche Gefäßwandveränderungen, Phlebosklerose und Thrombusbildung. Histologische Untersuchungen haben gezeigt, daß die Abscheidung von thrombotischem Material auf der Ebene der Lamina cribrosa bzw. an Gefäßkreuzungen erfolgt. Es wird angenommen, daß arteriosklerotische Veränderungen der Arterienwand an diesen Stellen über eine Kompression zur Einengung der Vena centralis retinae führen. Die Bestimmung der Intima-media-thickness" (IMT) gilt als verläßlicher Parameter für Gefäßwandveränderungen im arteriellen Stromgebiet und eignet sich zur Einschätzung des Risikos kardialer oder zerebraler Ischämien. Wir untersuchten, inwieweit sich durch Bestimmung der IMT Hinweise auf die Pathogenese venöser retinaler Gefäßverschlüsse ergeben.
Methoden: DieUntersuchung der A. carotis communisund Bestimmung der IMT erfolgte mittels hochauflösender Farbduplexsonographie bei Patienten mit venösen retinalen Verschlüssen (n=10) sowie an einer Kontrollgruppe mit gleicher Alters- und Geschlechtsverteilung. Kardiovaskuläre Risikofaktoren wurden dokumentiert und bei der Auswertung berücksichtigt.
Ergebnisse: Der Median der Carotiswanddicke betrug in der Patientengruppe 0,60 mm (Minimum 0,55 mm; Maximum 0,75 mm) und 0,60 mm (Minimum 0,55 mm; Maximum 0,65 mm) in der Kontrollgruppe. Bezüglich der Carotiswanddicke konnte zwischen beiden Gruppen kein signifikanter Unterschied gefunden werden (P=0,33).
Diskussion: Die Hypothese, daß primär arterielle Gefäßwandveränderungen zu venösen retinalen Verschlüssen führen, kann durch die IMT als Maß für Gefäßwandveränderungen im arteriellen Stromgebiet klinisch nicht bestätigt werden. Ein solcher Zusammenhang besteht möglicherweise nur bei Patientengruppen mit bestimmten kardiovaskulären Risikofaktoren. Für eine eindeutige Beurteilung ist die Untersuchung größerer Patientenkollektive erforderlich.
Klinik für Augenheilkunde1 und Medizinische Klinik I2,
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