98. Jahrestagung der DOG 2000

V 291

Retinale Gefäßreaktion auf O2-Atmung bei Patienten mit Astvenenthrombose

I. M. Lanzl1, B. Witta1, K. Kotliar1, W. Vilser2

Einleitung: Gesunde retinale Gefäße zeigen eine Vasokonstriktion nach O2 Atmung. Ob dies auch in pathologisch veränderten Gefäßen der Fall ist, soll in dieser Studie anhand von Patienten, die eine Astvenenthrombose erlitten haben, untersucht werden.

Methoden: 14 Patienten mit einseitiger Astvenenthrombose wurden mit dem Retinal Vessel Analyzer (RVA / Fa. Imedos) untersucht. Während der ersten Minute des Protokolls wurde eine Basiskurve aufgezeichnet. Die Aufzeichnung wurde für die darauffolgenden 5 Minuten 100% O2 Atmung und der anschließenden 4 Minuten Raumluftatmung fortgeführt. Die betroffene Astvene und je ein korrespondierendes venöses Segment im Partnerauge wurden vermessen.

Ergebnisse: Die mittlere Vasokonstriktion betrug im betroffenen Gefäß 5.3% (+2.5%) und im Partnerauge 5.1% (+1.1%). Die Varianz dieser Meßwerte betrug im betroffenen Auge 27.6, im Partnerauge 14.2.

Diskussion: Bei gesunden jungen Probanden fanden wir in früheren Untersuchungen nach 5 minütiger O2 Atmung eine venöse Gefäßkonstriktion von ca 15%. In der vorliegenden Studie ist die venöse Gefäßreaktion sowohl im betroffenen Auge, als auch im nicht betroffenen Auge demgegenüber herabgesetzt. Da die Varianz der Meßwerte im betroffenen Auge bedeutend höher war als im nicht betroffenen Partnerauge könnte dies ein Indiz für unterschiedliche Regelungsmechanismen sein, die nach Astvenenthrombose stattfindenden, und die im weiteren Verlauf der Erkrankung zu ischämischen oder nicht ischämischen Erscheinungsformen führen können. Es ist weiterhin denkbar, daß die in beiden Augen gefundene verringerte Konstriktionsreaktion im Vergleich zu jungen gesunden Probanden Ausdruck einer systemischen Affektion von Patienten mit Astvenenthrombose ist, oder im Rahmen einer generalisierten Gefäßalterierung bei höherem Alter der Patienten auftritt. Diese Erwägungen sollten in weiteren Untersuchungen abgeklärt werden.

1 Augenklinik der TU München, Ismaninger Str. 22, D-81675 München

2 Technische Universität Ilmenau, G.-Kirchhoff-Str.1, D-98684 Ilmenau



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