V 292
R.-C. Lerche, G. Richard
Einleitung: Als Lupus antikoagulans-Antikörper und Antiphospholipid-Antikörper bezeichnet man eine Gruppe von Autoantikörpern, die gegen Phospholipid-Protein-Komplexe gerichtet sind und zu einer Verlängerung der Gerinnungszeiten von phospholipidabhängigen Gerinnungssystemen führen. Daraus resultiert eine Hypofibrinolyse im Sinne einer erworbenen Thrombophilie.
Patienten: Die Fallkasusistik einer 53-jährigen Patientin mit rezidivierenden Schlaganfällen und retinalen Gefäßverschlüssen im Rahmen eines Anti-Phospholipid-Syndroms verdeutlicht die Schwere der Erkrankung.
Im Rahmen einer klinischen Studie wurden bei 78 Patienten mit retinalen Gefäßverschlüssen die Anticardiolipin-Anitkörper bestimmt. Bei den 25 letzten Patienten wurde zusätzlich ein hochsensitiver funktioneller Lupus antikoagulans-Gerinnungstest durchgeführt.
Ergebnisse: Bei 17% der Patienten konnten erhöhte Anticardiolipin IgG-Anitkörpertiter und bei 9% erhöhte Anticardiolipin IgM-Antikörpertiter registriert werden. Es fand sich eine statistisch signifikante Korrelation der erhöhten Anticardiodiolipin IgG-Fraktion zum Auftreten venöser Gefäßverschlüsse. Ein positiver Lupus antikoagulans-Nachweis gelang bei lediglich einem Patienten.
Zusammenfassung: Das vermehrte
Auftreten von Antiphospholipid-Antikörpern muß auch im Rahmen retinaler
Gefäßverschlüsse als thrombophiler Risikofaktor angesehen werden. Erhöhte
Anticardiodiolipin IgG-Titer weisen eine signifikante Korrelation zu venösen
Gefäßokklusionen auf. Bei unklarer Ätiologie eines retinalen Gefäßverschlusses
sollte die Antiphospholipid-Autoanitkörper-Diagnostik routinemäßig durchgeführt
werden.
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