98. Jahrestagung der DOG 2000

P 317

Multifokales ERG (M-ERG), abgeleitet mit dem SLO: eine Normwertstudie

T. Kaupper, T. A. Berninger

Einleitung: Gesunde Probanden im Alter von 19 bis73 Jahren wurden mit dem M-ERG untersucht. Die hexagonale Felder wurden mit dem SLO direkt auf den Augenhintergrund projiziert.

Methoden: Es wurden 35 augengesunde Frauen und Männer im Alter zwischen 19 und 73 untersucht mit insgesamt 53 Augen (32 rechte und 21 linke Augen). Abgeleitet wurde das multifokale ERG den dem RETISCAN (basierend auf einem P133, 32 MB RAM, mit der Software, Version 3.11.1, Roland Consult, Germany) und einem SLO (Rodenstock). Als Aktiv-Elektrode wurde eine Jet-Elektrode verwendet, mit der Referenzelektrode ipsilateral an der Schläfe und mit der Erdungselektrode auf der Stirn. Als Stimulus wurde abwechselnd hell-dunkel Lichtblitze ( FOK = first order Kernel) in 61 hexagonalen Feldern verwendet. Der Reiz wurde in einem 12 Grad großen Testfeld dargeboten. Pro Auge erfolgten 6 Meßdurchgänge mit programmgesteuerter Fehlerkorrektur, so daß ein Zyklus ca. 57 sek. dauerte. Die Amplituden wurden mit 50 und 100 Hz gefiltert. Personen mit einer Refraktion von mehr als –3.00 bis +3.00 dpt wurden in die Studie nicht aufgenommen.

Ergebnisse: Die Auswertung erfolgte anhand einer Aufteilung der Felder in 5 Ringe (von zentral bis peripher).Die Amplituden wurden in nV/deg2 und die Latenzen in ms gemessen. Hierbei zeigte der zentrale Ring (Ring1) die höchsten Antworten (116,8 +/- 35,2 STD). Für die peripheren Ringe ergaben sich folgende Werte (Ring 2: 79,2 +/- 18,0 STD; Ring 3: 74.1 +/- 17.5 STD, Ring 4: 75, 9 +/- 20,1; Ring 5: 76,7 +/- 21.6 STD). Die höchsten Amplituden wurden bei der Altersgruppe 40 –50 Jahren gemessen und die Niedrigsten bei den über 60-jährigen. Bei den Latenzen ließ sich keine Altersabhängigkeit erkennen.

Diskussion: Der Vorteil der Ableitung des M-ERG muß in der guten Fixationkontrolle und exakten Korrelation der abgeleiteten Felder mit der entsprechend Netzareal gesehen werden. AufFallend sind die im Vergleich zu den mit dem VGA-Monitor abgeleiteten M-ERGs die um den Faktor 8 – 10 kleineren Amplituden und eine deutlich höhere Standardabweichung. Ursachen für die hohen Standardabweichungen werden diskutiert. Die Hauptursache der erhöhten Standardabweichung sehen wir vor allem in der zu leichten Dejustierung des Lasers. Die Analyse und die Behebung dieses Fehlers ist für die Anwendung der Kombination SLO und M-ERG von großer Bedeutung.

Die Studie wurde unterstützt von Chibret, Germany

Augenklinik der Ludwig Maximilian Universität München, Mathildenstr. 8, D-80336 München



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