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T. A. Berninger1, H. Andrielis1, G. Rudolph1, C. Hörmann1, G. B. Arden2
Einleitung: In den letzten Jahren wurde berichtet, dass Dorzolamed bei Glaukom-patienten zu einer Verbesserung des Gesichtsfeldes führen kann. Daher wurde eine prospektive Studie geplant, die diese Beobachtungen mit objektiven Techniken überprüfen sollte. Sutter et al. (1996) berichteten, dass der 2. Wiener Kernel beim MF-ERG die Funktion der inneren Netzhaut und des Sehnervenkopfes widerspiegelt. Für die N95 Komponente des PERGs ist es bekannt, dass sie die Funktion der Ganglienzellschicht überprüft. Daher untersuchten wir die Patienten vor und ca. 6 Monate nach Therapiebeginn mit Dorzolamed mit dem MF-ERG und dem PERG.
Methode: MF-ERG: 61 Hexagone wurden an einem 20 Zoll Monitor mit 60 Hz dargeboten. Jeweils 6 Zyklen von 110 Sek. wurden gemessen. Die Leuchtdichte des Monitors betrug 180 cd/m2, der Kontrast nahezu 98%. Die Ableitung erfolgte mit einer ERG-Jet Elektrode. Die Amplituden der 5 Ringe wurden ausgewertet. PERG: Das PERG wurde mit einem 16 Zoll Monitor mit 70 cd/m2 Leuchtdichte und einer Umkehrfrequenz von 2,2 Hz, bei einer Mustergröße von 50 abgeleitet. Das PERG wurde mit einer Goldfolien- Elektrode registriert.
Patienten: 15 Glaukompatienten (30 Augen) nahmen an der Studie teil. Alle Patienten hatten einen ansonsten unauffälligen ophthalmologischen Befund, waren ohne systemische Erkrankungen. Die Refraktionsfehler waren kleiner +/- 3 dpt. Die Patienten wurden entweder mit Dorzolamed alleine oder in Kombination mit einem Betablocker behandelt. Keine der Patienten hatte größere Gesichtfeldausfälle.
Ergebnisse: Ein Anstieg der Amplitude nach Therapie konnte für alle 5 Ringe beobachtet werden, am meisten für den zentralen Ring (von 84,0 nV auf 106,2 nV). Auch die Amplituden des PERGs stiegen an (für P50 von 3,7 auf 4,0 µV; für N95 von 4,3 µV auf 4,8 µV).
Diskussion: Die Amplitude beider objektiver Untersuchungstechniken stieg unter Dorzolamed Therapie an. Dieses Ergebnis unterstützt die Beobachtungen, dass Dorzolamed das Gesichtsfeld von Glaukompatienten verbessern kann.
1Augenklinik der
Ludwig-Maximilians-Universität München, Mathildenstr. 8,
D - 80336 München
2City University, Applied Vision Research Centre, 321 Goswell RD EC1V7D, London, UK