98. Jahrestagung der DOG 2000
K 323
Videographische Analyse von Veränderungen der Pupillenkinetik beim Horner-Syndrom
H. Tegetmeyer
Einleitung: Zusätzlich zur klassischen pharmakologischen Pupillen-testung kann die Pupillographie durch Erfassung der Dilatations-verzögerung der Pupille nach konstanter Lichteinwirkung einen wichtigen Beitrag zur diagnostischen Abgrenzung eines Horner-Syndroms liefern. In der vorliegenden Untersuchung wurde analysiert, welche Veränderungen in der Kinetik der Pupillenreaktion beim Horner-Syndrom als Antwort auf kurze Lichtreize in Dunkelheit auftreten.
Methoden: Bei acht Patienten mit unilateralem Horner-Syndrom verschiedener Genese wurde bei völliger Dunkelheit (Infrarot-beleuchtung) die Veränderung der Pupillenweite beider Augen nach Einwirkung eines standardisierten LED-Lichtblitzes mit Hilfe eines 2VOG Videookulographen (SMI Teltow) fortlaufend aufgezeichnet (50Hz Abtastfrequenz).
Ergebnisse: Unterschiede in der Kontraktionszeit und der Kontraktions-geschwindigkeit der Pupillen beider Augen nach Lichtreizung wurden nicht beobachtet. In allen Fällen war jedoch auf der betroffenen Seite eine Reduktion der instantanen Pupillenerweiterungsgeschwindigkeit im Zeitraum zwischen ca. 0,4s und 1,0s der Redilatationsphase nachweisbar.
Diskussion: Die vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass die sympathische Denervierung beim Horner-Syndrom das Ausschwingverhalten der Pupille nach kurzzeitiger Lichtreizung in typischer Weise beeinflusst. Dieser Sachverhalt eröffnet die Möglichkeit, durch Anwendung geeigneter phasischer Lichtreizmuster die diagnostischen Testverfahren beim Horner-Syndrom mit pupillographisch gewonnenen Parametern zu ergänzen.
Klinik und Poliklinik für
Augenheilkunde, Universität Leipzig,
Liebigstr. 10-14, D-04103 Leipzig
Zurück