J. Kuchenbecker, T. Wecke, C. K. Vorwerk, W. Behrens-Baumann
Hintergrund und Ziele: Drusen des Sehnervenkopfes stellen eine der häufigsten Ursachen für kongenitale Papillenschwellungen dar. Mittels Heidelberg Retina Tomographen (HRT) ist eine dreidimensionale topometrische Analyse von Papillenprominenzen möglich. Es soll untersucht werden, ob eine quantitative und objektive topometrische Analyse von oberflächlichen Drusen mittels HRT möglich ist.
Patienten und Methoden: Es wurde mit dem HRT bei 18 Augen von 9 Patienten mit sonographisch nachgewiesenen Drusen eine Topometrie der Papille mit Bestimmung von: "disk area", "cup area", "rim area", "cup/disk ratio", "cup volume", "rim volume", "volume above surface", "mean retinal nerve fiber layer (RNFL) thickness" und "RNFL cross section area" durchgeführt. Als Vergleich diente eine Gruppe von 18 Augen von 9 altersentsprechenden augengesunden Patienten. Die Auswertung der Daten erfolgte mittels t-Tests und Varianzanalyse.
Ergebnisse: Die gemessenen HRT-Parameter, außer "RNFL cross section area", der Patienten mit Drusenpapillen unterschieden sich signifikant (p< 0,05) von den Werten der Augengesunden. Die absolute Häufigkeit des "volume above surface" bei den Drusenpapillen zeigte im Bereich von 0,25 bis 0,5 mm3 einen Häufigkeitsgipfel (7 von 18) und bei den Augengesunden im Bereich von 0 bis 0,25 mm3 einen Häufigkeitsgipfel (17 von 18). Eine sektorale Analyse des "volume above surface" der Drusenpapillen ergab nasal den höchsten (0,16 mm3) und temporal inferior den geringsten (0,080 mm3) Mittelwert.
Schlußfolgerung: Eine quantitative und objektive topometrische Analyse von oberflächlichen Drusen des Sehnervenkopfes ist mittels Heidelberg Retina Tomographen vor allem durch Bestimmung des "volume above surface" möglich. Es besteht damit die Möglichkeit, objektive Verlaufskontrollen mit dem HRT bei Drusenpapillen durchzuführen.
Universitätsaugenklinik, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Leipziger Straße 44, D-39120 Magdeburg