98. Jahrestagung der DOG 2000

K 333

Amiodaron-Optikusneuropathie: Ein eigenständiges Krankheitsbild?

D. Leifert, L. L. Hansen, J. Gerling

Hintergrund: Unter der Einnahme des Antiarrhythmikums Amiodaron (Cordarex®) ist wiederholt ein Sehnervenschaden beschrieben worden. Ob es sich hierbei um einen ursächlichen Zusammenhang oder nur um eine AION mit zufälligem Zusammentreffen handelt, wird kontrovers diskutiert.

Patienten: Wir berichten über 3 Patienten, die drei bis sieben Monate nach dem Beginn einer Amiodaron-Therapie eine Sehminderung erlitten. Bei allen 3 Patienten waren beide Papillen geschwollen und zeigten Randblutungen über ein bis zwei Quadranten.

Ergebnis: Nach Absetzen des Amiodarons besserte sich die Sehstörung, und die Papillenschwellung bildete sich zurück. Bei 5 der 6 Augen besserten sich Sehschärfe und Gesichtsfeld, in einem Fall nur das Gesichtsfeld (bei Visus 0,8) innerhalb eines Monats. Bei 31 Augen mit AION, die konsekutiv in gleicher Weise untersucht wurden, besserten sich Sehschärfe und Gesichtsfeld nur in 4 Fällen.

Schlußfolgerung: Das gleichzeitige beidseitige Auftreten, der enge zeitliche Zusammenhang zur Einnahme von Amiodaron und die Besserung nach Absetzen des Medikaments sprechen dafür, dass es sich bei den 3 Patienten um eine toxische Wirkung des Amiodaron gehandelt hat und nicht um ein zufälliges Zusammentreffen mit einer anderen Erkrankung, z.B. einer anterioren ischämischen Optikusneuropathie.

Universitäts-Augenklinik, Killianstr. 5, D-79106 Freiburg



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