98. Jahrestagung der DOG 2000

P 338

Glaukomtiermodelle: Erfassung umfangreicher retinaler Funktions-störungen durch die Elektroretinographie

A. U. Bayer, P. Cook, S. E. Brodie, T. Mittag

Einleitung: Neuere Studienergebnisse deuten beim Glaukom neben dem Optikusschaden auf das Vorhandensein von Photorezeptor-schaeden. Daher war das Ziel dieser Studie die Erfassung retinaler Funktionsstoerungen bei verschiedenen Glaukomtiermodellen durch die Elektroretinographie (ERG).

Methoden: Versuchstiere waren 16 DBA/2NNia Maeuse, die ein Engwinkelglaukom (angeboren) mit erhoehtem Augeninnendruck (IOD) entwickeln und 16 C57/BL6 Maeuse (Kontrollen), 12 Ratten bei denen einseitig eine Kauterisation dreier episkleraler Venen zur dauerhaften IOD Erhoehung fuehrte und 8 Affen (cynomologus) mit einseitig laser-induziertem Glaukom. An saemtlichen Augen wurden das skotopische und licht-induzierte ERG ueber einen Zeitraum von 12 Monaten abgeleitet.

Ergebnisse: Im Vergleich zu den Kontrollen fanden sich bei 7 Monate alten DBA/2NNia Mäusen und einen Monat nach operativer IOD Erhöhung bei Affen und Ratten Verminderungen der skotopischen A-Welle und B-Welle sowie den oszillatorischen Potentialen als auch der licht-induzierten B-Welle. Gleichzeitig fanden sich Latenzveraen-derungen.

Diskussion: IOD-induzierte Veraenderungen der unterschiedlichen Parameter des skotopisch (Staebchen) und licht-induzierten (Zapfen) ERG’s deuten auf umfangreiche retinale Funktionsstoerungen. Diese Ergebnisse erklaeren einige der Befunde bei Glaukompatienten wie Photrezeptorverlust bzw. –schwellung, Blau/Gelbsinnstoerungen und ERG Veraenderungen. Deshalb bedarf es weiterer Studien zum Verständnis einer möglichen "glaukomatoesen Retinopathie".

Department of Ophthalmology, Mount Sinai Medical Center, 1 Gustave L. Levy Place, New York, New York, USA



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