98. Jahrestagung der DOG 2000

P 342

Fokale Vertiefungen der Exkavation im HRT

W. M. Budde, C. Y. Mardin

Hintergrund: Ziel der Studie war es zu untersuchen, inwieweit Scanning-Laser-Tomographie (HRT) und die stereoskopische Auswertung von Papillenphotos in der Bestimmung fokaler Vertiefungen der Exkavation übereinstimmen.

Patienten und Methoden: Von 33 Augen von Patienten mit Normaldruckglaukom wurden 15° Stereopapillenphotos und HRT Aufnahmen der Papille entsprechend der klinischen Routine angefertigt. Anhand der Papillenphotos bestimmten 2 Untersucher unabhängig voneinander, ob die tiefste Stelle der Exkavation in der oberen oder in der unteren Papillenhälfte lag, oder ob die Papillenhälften gleich tief waren. Für diese Studie mussten die Bewertungen beider Untersucher übereinstimmen. An Hand der HRT Aufnahmen wurde Unterschiede der Papillenhälften bezüglich der "mean cup depth" bestimmt.

Erebnisse: Bei 14 Augen wurde die tiefste Stelle der Exkavation mit beiden Methoden in derselben Papillenhälfte lokalisiert. Für 12 Augen ergaben sich unterschiedliche Lokalisationen. Die statistische Analyse ergab keinen signifikanten Zusammenhang zwischen beiden Methoden (P=0,18; Chi-Quadrat-Test). Unter Berücksichtigung der HRT Daten ergab sich keine signifikante Korrelation der Lokalisation der tiefsten Exkavationsstelle und der Lokalisation des korrespondierenden Halbfeldes mit dem größeren Gesichtsfelddefekt (P=0,80). Die Lokalisation der tiefsten Exkavationsstelle ermittelt mit Stereophotographie war signifikant mit der Lokalisation des korrespondierenden Halbfeldes mit dem größeren Gesichtsfelddefekt korreliert (P=0,006).

Schlußfolgerung: Bei einigen Augen mit glaukomatöser Optikusatrophie entspricht die Lokalisation der tiefsten Stelle der Exkavation durch HRT nicht dem klinischen Eindruck und korreliert im Gegensatz zur klinischen Beurteilung nicht mit der Lokalisation des GesichtsfeldausFalls. Für bestimmte Fragestellungen scheinen HRT Aufnahmen nach klinischem Standard den Exkavationsboden nicht immer genau genug abzubilden.

Augenklinik mit Poliklinik, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Schwabachanlage 6, D-91054 Erlangen



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