98. Jahrestagung der DOG 2000

V 343

Der Einfluss des Alters auf die Okuläre Hämodynamik und den Blutfluss im Sehnervenkopf

A. G. Böhm, L. E. Pillunat, A. U. Köller, A. S. Bernd

Hintergrund: Es ist bekannt, daß das Altern in vielen Geweben einen Einfluß auf die Blutversorgung hat. Ziel dieser Studie war es zu untersuchen, ob es auch im Auge insbesondere im Sehnervenkopf funktionelle Veränderungen der Hämodynamik mit zunehmendem Alter gibt.

Methoden: Ein zufällig ausgewähltes Auge von 87 gesunden Probanden (Durchschnittsalter 37,5 J; von 22-70J) ohne Glaukomanamnese oder vaskuläre Erkrankung wurde untersucht. Das Laser-Doppler-Flowmeter nach Riva wurde für die Messungen verwendet. Die gemessenen Parameter waren der relative kapilläre Blutfluß (Flow), die relative Menge (Volume) und die relative Geschwin-digkeit (Velocity) der bewegten Erythrozyten. Die Messungen erfolgten nasal und temporal im neuroretinalen Randsaum des Sehnervenkpofes fern von sichtbaren Gefäßen. Zur statistischen Auswertung wurde die Pearson Korrelation verwendet.

Ergebnisse: Der Parameter Velocity betrug (#1: temporal; #2: nasal) #1: 0,315 ±0,1 AU und #2: 0,286 ±0,1AU. Die Berechnung der Pearson Korrelations-Koeffizienten zwischen Alter und Velocity ergab für #1: 0,49 und für #2: 0,54. Die Korralation war statistisch signifikant #1: p=0.000001 und #2: p=0.0000006. Der Parameter Volume betrug #1: 0,396 ±0,193 AU und #2: 0,533 ±0,381AU. Der Pearson Korrelations-Koeffizient zwischen Alter und Volume war #1: -0,29 und #2: -0,34. Die Korrelation was statistisch signifikant für #1: p=0.006 und für #2: p=0.001. Der Parameter Flow betrug #1: 9,636 ±3,001 AU und #2: 10,880 ±4,975AU. Die Berechnung des Pearson Korrelations-Koeffizienten zwischen Alter und Flow ergab #1: -0,04 und #2: -0,26 Die Korrelation war statistisch nicht signifikant für #1: p>0.05, war aber statistisch signifikant für #2: p=0.01.

Schlußfolgerung: Mit zunehmendem Alter nimmt die Geschwindigkeit der bewegten Erythrozyten in den Kapillaren des Sehnervenkopfes zu und die Anzahl der bewegten Erythrozyten nimmt ab. Der Blutfluß nimmt nasal mehr ab als temporal. Dieses Ergebnis könnte durch eine Abnahme des Gefäßdurchmessers erklärt werden, die zu einer Abnahme der Reservekapazität und somit zu einer verminderten Autoregulationsfähigkeit führen kann.

Universitäts-Augenklinik Hamburg Eppendorf, Martinistr. 52, D-20246 Hamburg



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