98. Jahrestagung der DOG 2000
V 347
Ein neues Ophthalmodynamometer zur Messung des okularen Perfusionsdruckes und der Abflussfazilität
E. Rumberger, J. Draeger
Einleitung: Konstante, aber auch intermittierende Reduktionen des für die ausreichende Sauerstoffversorgung des Netzhaut erforderlichen Perfu-sionsdruckes durch Senkung des Druckes in der Arteria retinalis oder Erhöhung des intraocularen Druckes erscheinen heute als eine wesentliche Ursache des Glaukoms. Während die Messung des intraocularen Druckes heute ein sehr präzises augenärztliches Routineverfahren darstellt, konn-ten die Messungen des Druckes in der Arteria retinalis und der den intra-okularen Druck beeinflussenden Ausflußfazilität wegen des größeren Auf-wandes die für die Frühdiagnostik des Glaukoms zu erwartende Bedeutung in der Praxis nicht erlangen.
Methode: Wir entwickelten ein auf der Basis der Applanationstonometrie arbeitendes Instrument, das bei einfacher Handhabung sowohl Tonometrie, Tonographie und Ophthalmodynamometrie ermöglicht. In die Applanations-fläche ist ein Sensor eingelassen, der nach Kontakt des mit einem Motor vorgetriebenen Applanationskörpers mit der Hornhaut den aktuellen intra-okularen Druck und die pulsatilen Oszillationen registriert. Ein zweiter Sen-sor zwischen Motor und Applanationskörper mißt die für eine gegebene Ap-planationsfläche erforderliche Kraft. Der Quotient aus aktueller Kraft durch aktuellen intraokularen Druck ergibt die Applanationsfläche. Die Werte steuern über einen Rechner die Bewegungen des Applanationskörpers.
Tonometrie: Der wahre intraokulare Druck wird mit einer Applana-tionsfläche von 3,06 mm Durchmesser gemessen.
Tonographie: Die Veränderung der Applanationsfläche durch druckge-steuerte Bewegungen des Applanationskörpers erlaubt die Berechnung des verdrängten Volumens.
Ophthalmodynamometrie: Der Motor fährt den Applanationskörper vor-wärts, bis die Oszillationen verschwinden. Der zu diesem Zeitpunkt regi-strierte intraokulare Druck entspricht dem systolischen Druck in der Arteria retinalis. Bei einem Durchmesser der Applanationsfläche von 9 mm wird ein intraokularer Druck von 160 mmHg erzeugt.
Augenklinik und Institut für Physiologie, Universität
Hamburg,
Martinistraße 52, D-20246 Hamburg
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