98. Jahrestagung der DOG 2000
K 353
Korrelation von multifokaler Elektroretinographie und Heidelberger Retinatomographie in der Verlaufskontrolle bei Patienten mit Offenwinkelglaukomen
B. Heinemann-Vernaleken, A. M. Palmowski, R. Allgayer, U. Müller Richter
Einleitung: Es soll die Korrelation von multifokalem ERG (MF-ERG) und dem Heidelberger Retinatomogramm (HRT) sowie deren Verlauf bei Patienten mit Offenwinkelglaukomen geprüft werden.
Methodik: 11 Augen wurden in die Studie eingeschlossen. MF-ERG Ableitungen und HRT wurden am gleichen Tag untersucht und im Verlauf 3 - 9 Monate später. Während einer 8 minütigen Ableitung des MF-ERGs (M-Sequenz 215, Lmax 200 cd/m2, 100% Kontrast) stimulieren 103 Hexagone die zentralen 50 Grad der Retina. Die Antwort erster Ordnung wurde analysiert. Es wurde das Verhältnis gebildet von der mittleren Antwort der peripheren Potentiale (P), der um die Papille gruppierten Potentiale (O) zu der zentralen mittleren Reizantwort (C). Die Differenz aus den MF-ERG Ableitungen wurden mit den Befunden des HRTs verglichen.
Ergebnisse: Veränderungen im MF-ERG von Glaukompatienten korrelieren gut mit Veränderungen der Papillenmorphologie. Interessanterweise ist diese Korrelation besonders deutlich in der Veränderung des Verhältnisses von mittlerer peripherer und papillennaher Antwort. Die ausgeprägteste Korrelation zeigte sich in der Latenz des ersten negatives Potentialausschlags und der Exkavation sowie der Cup Disc Ratio (r>0.9 für P/O). Die mittlere Exkavationstiefe korrelierte gut mit der Latenz des ersten positiven Potentialausschlags (r>0,7 für P/C).
Schlußfolgerung: Die Ergebnisse sind mit der Tatsache vereinbar, daß im Umfeld der Papille die retinale Funktion stärker verändert ist. Dies zeigt sich auch in typischen Gesichtsfeldausfällen wie dem Bjerrum-Skotom. In dieser Studie finden sich gute Korrelationen zwischen MF-ERG- und HRT- Befunden. Es erscheint sinnvoll, den klinischen Nutzen dieses Ergebnisses anhand größerer Patientengruppen und längerer Verlaufskontrollen zu belegen.
Unterstützt durch DFG Pa 609/2
Universitätsaugenklinik, Kirrbergerstr. 1, D-66421 Homburg
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