98. Jahrestagung der DOG 2000

V 355

Vergleich von Frequenzverdoppelungs-Perimetrie und standardisierter automatischer Perimetrie bei Glaukom und altersassoziierter Makulopathie

J. Kampmeier, B. Eisert, G. K. Lang, G. E. Lang

Einleitung: Vergleichende Untersuchung von Frequenzverdoppelungs-Perimetrie (FDT) und standardisierter automatischer Perimetrie bei Glaukom (My -Ganglienzellen) und altersassoziierter Makulopathie (ARM) (Photorezeptorzellen). Analyse der Reproduzierbarkeit beider Methoden.

Methoden: Alle Patienten wurden zweimal innerhalb eines Tages mittels FDT und Humphrey Field Analyzer II Modell 750 (HFA) in randomisierter Testfolge untersucht. Für den FDT/HFA-Vergleich wurden bei 45 Glaukom- und 35 ARM-Patienten die Parameter Mittlere Abweichung (MD), Standardmuster-Abweichung (PSD) und Schwellenwerte pro Quadrant bzw. Zentralfeld ausgewertet. Für die Analyse der Reproduzierbarkeit beider Methoden wurden neben obigen Parameter zusätzlich die Abweichungsgraphiken pro Quadrant bzw Zentralfeld herangezogen.

Ergebnisse: Bei Glaukom-Patienten lag die durchschnittliche MD (FDP vs HFA) bei -7,3 ± 5,8 dB vs -8,9 ± 7,6 dB, die PSD bei 6,9 ± 2,4 dB vs 6,5 ± 3,6 dB. Der Kappa-Koeffizient ergab eine schwache Übereinstimmung (kappa: 0,11-0,38) der Abweichungen in den Gesichtsfeldbereichen. Von insgesamt 225 Bereichen erkannte der HFA 191 Abweichungen und das FDT 165. Mit dem HFA wurden vergleichsweise mehr negative Messwerte im Falle einer MD < -15 dB gefunden. Die Reproduzierbarkeit lag beim FDT bei 0,98 (MD) und 0,92 (PSD) und beim HFA bei 0,98 (MD) und 0,95 (PSD). Bei ARM-Patienten lag die durchschnittliche MD (FDP vs HFA) bei -1,1 ± 4,5 dB vs -7,0 ± 6,3 dB, die PSD bei 6,4 ± 3,0 dB vs 5,1 ± 2,9 dB. Der Kappa-Koeffizient ergab keine Übereinstimmung (kappa: 0,03-0,08) mit Ausnahme des nasal oberen Quadranten (kappa: 0,14). Von insgesamt 175 Bereichen erkannte der HFA 146 Abweichungen und das FDT 54. Mit dem HFA wurden vergleichsweise mehr negative Messwerte im Falle einer MD < -5 dB gefunden. Die Reproduzierbarkeit lag beim FDT bei 0,72 (MD) und 0,67 (PSD) und beim HFA bei 0,72 (MD) und 0,61 (PSD).

Diskussion: FDT und HFA zeigten bei Glaukom-Patienten eine höhere Übereinstimmung als bei ARM-Patienten. Der HFA erkannte mehr negative Abweichungen in den Abweichungsgraphiken als das FDT. Die Reproduzierbarkeit beider Methoden war geringer bei ARM-Patienten. Das FDT ist eine geeignete Testmethode zur Bestimmung von Gesichtsfeldausfällen, besonders bei das magnozelluläre System betreffenden Erkrankungen wie Glaukome. Jedoch bei ARM-Patienten ist der HFA besser geeignet als das FDT.

Universitäts-Augenklinik Ulm, Prittwitzstr. 43, D-89075 Ulm



Zurück