98. Jahrestagung der DOG 2000

P 360

Risikofaktoren für die Progression des Normaldruckglaukoms

J. K. Hayler, I. M. Velten

Einleitung. Ziel dieser Studie war es, die Risikofaktoren für die Progression des Normaldruckglaukoms (NDG) herauszuarbeiten

Methoden: 62 Augen von 62 Patienten mit NDG mit einem mittleren Nachbeobachtungszeitraum von 2,2 Jahren (0,5-8,0 Jahre) wurden untersucht. Kriterien für NDG waren glaukomatöse Papillenveränderungen, glaukomatöse Gesichtsfeldausfälle und Augeninnendruckwerte £ 21 mmHg in der 24-Stundenanalyse. 15° Stereodiapositive der Papille wurden jährlich aufgenommen. Progression des glaukomatösen Papillenschadens wurde morphologisch durch jede Papillenrandblutung oder die Verminderung des neuroretinalen Randsaumes im Vergleich des jährlichen Diapositives zur Erstaufnahme definiert.

Ergebnisse: 30 der 62 Augen (30/62=48,4%) zeigten morphologisch Zeichen der Verschlechterung des glaukomatösen Papillenschadens. In diesen Augen lagen die mittleren Augeninnendruckwerte signifikant höher als in der morphologisch stabilen Vergleichsgruppe
( 16,8 ± 2,1 vs. 14,0 ± 2,4 mmHg, P<0,0001). Bei Studienbeginn unterschieden sich beide Gruppen nicht in Bezug auf Alter, Geschlecht, mittleren Defekt oder korrigierte Verlustvarianz des Gesichtsfeldes, Papillen- oder Randsaumfläche.

Diskussion: In Normaldruckglaukomen scheint das Risiko einer Progression der glaukomatösen Papillenschädigung unabhängig von Alter, Geschlecht, vorhandenen Gesichtsfeldausfällen oder bereits bestehendem Verlust des neuroretinalen Randsaumes zu sein. Das Progressionsrisiko ist möglicherweise abhängig vom Niveau des Augeninendrucks.

Augenklinik mit Poliklinik der Universität Erlangen-Nürnberg, Schwabachanlage 6, D-91054 Erlangen



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