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L. Blomberg1, R. Gockeln1, B. Schwab2, B. Haubitz3, R. Winter1 1
Einführung: Eine 44jährige Patientin stellt sich zur Frage der orbitalen Dekompression am linken Auge bei auswärts diagnostizierter endokriner Orbitopathie mit linksseitigem Exophthalmus" vor. Seit 1996 ist der Exophthalmus links bekannt, 11/1997 und 4/1999 sind auswärtig Retrobulbärbestrahlungen mit einer Gesamtdosis von 25 Gray nebst Steroidstoßtherapien ohne Erfolg durchgeführt worden. Eine Autoimmunthyreopathie ist bekannt.
Patient und Methode: Die klinische Untersuchung zeigte folgende Resultate: Visus: RA cc. 0.9 LA: cc. 0.7, Exophthalmometrie: Basis: 106 mm Rechts : 20 mm Links: 22 mm, konkomitante +VD, Bulbustieferstand des linken Auges (nach Kestenbaum) von 2mm, Doppelbildphänomene bei Aufblick, Motiltätseinschränkung des M. rectus sup. & obliquus inferior. Bei Palpation der oberen Orbitakante fällt eine druckindolente unverschiebliche Raumforderung auf. Im NMR und Spiral-CT zeigt sich eine durch das Orbitadach nach intraorbital unter Verlagerung der retrobulbären Muskulatur wachsende Raumforderung. Im endokrinologischen Screening zeigt sich eine euthyreote Stoffwechsellage.
Ergebnisse: Es erfolgt die osteoplastische Sirnhöhlen-Operation mit Obliteration des knöchernen Defektes. Intraoperativ zeigt sich ein Osteom der Stirnhöhle. Postoperativ ist der Visus stabil, Doppelbildphänomene, Vertikaldeviation und Exophtalmometrie sind rückläufig.
Diskussion: Bei einer therapierefraktären endokrinen Orbitopathie ist differentialdiagnostisch immer auch an andere raumfordende orbitale Prozeße zu denken. Deswegen ist eine kombinierte bildgebende Diagnostik mit NMR und CT von entscheidender Bedeutung.