98. Jahrestagung der DOG 2000

K 378

Transvenöse Embolisation von Karotis-Sinus-cavernosus-Fisteln über die Vena ophthalmica superior

T. Klink1, E. Hofmann2, W. E. Lieb1

Einleitung: Die Therapie der symptomatischen Karotis-Sinus-cavernosus-Fisteln und duralen Sinus-cavernosus-Fisteln erfolgt heute überwiegend über einen arteriellen transfemoralen Zugang als interventionelle neuroradiologische Maßnahme. Aufgrund der Lage der Fistel und/oder besonderer anatomischer Gegebenheiten ermöglicht in seltenen Fällen nur ein direkter chirurgisch geschaffener Zugang über die Vena ophthalmica superior die Embolisation der AV-Fistel.

Patienten und Methoden: Insgesamt drei Patienten stellten sich mit einem Exophthalmus, episkleraler Venenstauung, Bindehautchemosis und Motilitätseinschränkung in unserer Klinik vor. In allen Fällen lag ein einseitiges therapierefraktäres Sekundärglaukom vor. Eine Visusminderung und ein GesichtsfeldausFall zeigte sich nur bei einem Patienten durch eine Fistel bedingte Optikuskompression. In zwei Fällen wurde die Verdachtsdiagnose AV-Fistel zunächst im Farbduplex und in allen drei in der zerebralen Angiographie (2x Karotis-Sinus-cavernosus-Fistel, 1x durale Sinus-cavernosus-Fistel) bestätigt. Nach erfolglosem arteriellen Embolisationsversuch erfolgte die chirurgische Freilegung der V. ophthalmica sup. als Zugangsweg zum Fistelverschluß.

Ergebnisse: In allen Fällen konnte die V. ophthalmica sup. komplikationslos freigelegt werden. Bei zwei Patienten konnte daraufhin die vollständige Embolisation mit Platin-Coils erfolgen. Bei einer Patientin war aufgrund des Gefäßverlaufs die Plazierung des Mikrokatheters und damit auch die Embolisation nicht möglich. Hier gelang es später doch noch über einen transfemoralen venösen Zugang die Fistel zu verschließen. In allen drei Fällen kam es zur vollständigen Rückbildung der ophthalmologischen Symptomatik. Rezidive sind bisher nicht bekannt.

Schlußfolgerung: Der AV-Fistelverschluß über einen chirurgischen Zugang über die V. ophthalmica sup. zeigt sich als eine sichere und effektive Methode bei AusFall der konventionellen Zugangswege.

1Universitäts-Augenklinik, 2Abteilung für Neuroradiologie, Josef-Schneider-Str. 11, D-97080 Würzburg



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