98. Jahrestagung der DOG 2000

K 387

Prädikatoren für Basaliomrezidive der Augenlider und der periorbitalen Region

A. C. Zimmermann, V. Klauß

Einleitung: Die chirurgische Exzision von Augenlidbasaliomen steht oft im Konflikt mit dem Erhalt der Lidfunktion. Gleichzeitig bietet der erste Thera-pieversuch in jedem Fall die größten Erfolgschancen. Faktoren, mit denen die individuelle Rezidivwahrscheinlichkeit vorausgesagt werden kann sind daher für die prä- und postoperative Planung sehr wichtig.

Methoden: Mittels multipler Regressionsanalyse wurden 153 Basaliome mit einer nachgewiesenen Rezidivfreiheit von mind. fünf Jahren mit den Primärbefunden von 45 Rezidivbasaliomen verglichen. Die Parameter Tumorlokalisation, Ulzeration, Vorkommen anderer Basaliome, histologischer Typ und histologische Schnittrandbeurteilung, photograph-isch ermittelte Tumorfläche sowie Alter und Geschlecht wurden auf ihren Prädiktionswert hinsichtlich der Rezidivwahrscheinlichkeit untersucht.

Ergebnisse: Unvollständig exzidierte Basaliome rezidivierten am häufigsten. Eine Nachresektion senkte die Rezidivwahrscheinlichkeit wiederum nicht auf das Niveau von primär vollständig exzidierten Basaliomen. Basaliome vom sklerodermiformen Typ rezidivierten signifikant häufiger als solide Basaliome. Die Rezidivwahrscheinlichkeit sank mit zunehmendem Lidkantenabstand des Tumors.

Diskussion: Faktoren von Basaliomen mit einer höheren Rezidivwahr-scheinlichkeit konnten identifiziert werden. Diese Faktoren sind zur Prädiktion eines Rezidivs in einer klinisch relevanten Größenordnung jedoch nicht aussagekräftig genug. Ausgehend von einem theoretischen Rezidivrisiko von 50% lag das durch die Regressionsgleichung anhand der Faktoren ermittelte Rezidivrisiko eines Patienten zwischen 47% und 63%.

Alle Patienten mit einem Basaliom der Augenlider müssen daher regel-mäßig nachuntersucht werden, um Rezidive rechtzeitig zu erkennen, bis aussagekräftigere Prädikatoren gefunden werden. 89 % der Rezidive traten innerhalb der ersten fünf postoperativen Jahre auf; dies sollte daher als minimal ausreichender Nachbeobachtungszeitraum angesehen werden.

Universitäts-Augenklinik, Mathildenstraße 8, D - 80336 München



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